Mit Verwunderung, Unverständnis und Kopfschütteln reagierten die Lonnerstadter Gemeinderäte auf die Stellungnahmen des Landratsamts. In der Sitzung am Montagabend ging es um die Änderung des Flächennutzungsplans für das Gewerbegebiet "Edelgraben II".

Ein Teil des Plangebiets soll als Sonderfläche ausgewiesen werden. Nach Vorstellung des Ratsgremiums könnten dort ein Einzelhandelsgeschäft, eine Drogerie, eine Bäckerei sowie ein "Dienstleistungsgebäude" für eine Arztpraxis und eventuell eine Apotheke angesiedelt werden. Allesamt Vorhaben, die zur Zeit noch in den Sternen stehen. Das Bauamt der Landkreisbehörde hatte sich allerdings an der Kombination von Einzelhandel und Ärztehaus im Sondergebiet gestört.

Verwechslung im Amt?

"Auf welcher Planungsebene befinden wir uns eigentlich?", war die im Raum stehende Frage. Ein Flächennutzungsplan lasse Gestaltungsspielraum offen, der auf der Ebene des Bebauungsplans ausgefüllt werde, erläuterte der planende Ingenieur Georg Schreiber. Er hatte die Rechtsprechung bemüht und seine Meinung bestätigt gefunden. "Amused" war er von der zusätzlichen Arbeit ebenso wenig wie die Marktgemeinderäte. Auch das Gremium hatte für die Stellungnahmen der Kreisbehörde kein Verständnis. Vielmehr hatte man den Eindruck, dass im Amt Flächennutzungsplan und Bebauungsplan "verwechselt" wurden. Konkreter könnten die Flächenzuweisungen allenfalls im Bebauungsplan festgelegt werden.

Noch weitere Punkte in der Stellungnahme der Behörde waren für Planer und Gremium "nicht nachvollziehbar". Bürgermeister und Planer wollten daher am Tag nach der Sitzung die Angelegenheit mit dem Kreisbauamt "abschließend klären". Am vorgesehenen Feststellungsbeschluss, der den Abschluss des Verfahrens bedeutet, hielt das Gremium dennoch fest. Er wurde einstimmig gefasst.

Der aus dem Flächennutzungsplan hervorgehende Bebauungsplan wird die Gemeinde allerdings noch weiter beschäftigen. Nach dem Zeitplan sollten sowohl Flächennutzungsplan als auch Bebauungsplan im Frühsommer 2020 Rechtskraft haben.

Auch im Änderungsverfahren des Bebauungsplans Höchstadter Straße gibt es noch Klärungsbedarf mit dem Landratsamt. Der Satzungsbeschluss wurde daher zurückgestellt. See