Zapfendorf — Im September 2018 wurde das neue Feuerwehrhaus in Kemmern eingeweiht. Gerne dient es seitdem als Beispiel für mögliche Neubauten in der Region, auch im Zapfendorfer Marktgemeinderat wurde es erwähnt. Denn die Freiwillige Feuerwehr hat einen Antrag auf ein neues Zuhause gestellt.

Für Kommandant Stefan Eichelsdörfer und die Feuerwehrmänner und -frauen ist die aktuelle Situation nicht mehr lange tragbar. Das zeigt der Antrag der Feuerwehr, der in der jüngsten Sitzung des Zapfendorfer Marktgemeinderats beraten wurde. Insbesondere die beengten Verhältnisse in der Herrngasse, direkt gegenüber dem Rathaus, sind es, die zum Handeln zwingen. Aktuell können nicht alle Fahrzeuge hier untergebracht werden, ganz zu schweigen vom in Kürze eintreffenden Verkehrssicherungsanhänger, den der Landkreis in Zapfendorf stationieren wird. Die Tore sind zu schmal, es gibt keinen Büroraum, keine geschlechtergetrennten WCs, keine Duschen. Und auch die Parkplatzsituation ist oft so angespannt, dass bei Einsätzen erst einmal ein Stellplatz für die Autos der Feuerwehrler gefunden werden muss. Und so lautet der entscheidende Satz im Brief der Feuerwehr: "Die Feuerwehr Zapfendorf stellt hiermit den Antrag auf die Errichtung eines neuen Gerätehauses."

"Der Markt Zapfendorf nimmt den Antrag sehr ernst", so Bürgermeister Volker Dittrich (AfZ). "Ein wesentlicher Aspekt wird die Standortfindung für ein neues Feuerwehrhaus sein, außerdem sind die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde zu berücksichtigen. Daher müssen wir zur Feuerwehr ehrlich sein und erklären, dass eine Umsetzung nicht kurzfristig möglich sein wird." Neubauten von Feuerwehrhäusern in der Region zeigten, dass mit einer staatlichen Förderung von rund zehn Prozent der Gesamtkosten zu rechnen sei. Beispiel Kemmern: Dort kostete das Haus rund 2,5 Millionen Euro, Zuschüsse gab es in Höhe von 250 000 Euro. Aufgrund der Gemeindegröße würde die Investition für Zapfendorf sicher höher ausfallen.

Gemeinderat Georg Ries (CSU) empfahl, zunächst einmal den genauen Bedarf klären zu lassen und Fachleute wie den Kreisbrandrat hinzuzuziehen. Erst dann zeige sich, welche Kosten auf die Gemeinde zukämen. Denn, so eine erste Tendenz im Gremium: Mit dem Neubau eines Feuerwehrhauses sei es nicht getan. Auch der Bauhof, der bislang direkt neben der Feuerwehr in der Herrngasse untergebracht ist, könnte einbezogen werden. Mögliche Lösungen: Ein neuer gemeinsamer Standort für beide Einrichtungen oder Verbleib von Feuerwehr oder Bauhof in der Herrngasse mit einem Neubau für die jeweils andere Einrichtung an einem neuen Standort. "Die Feuerwehr wäre in der Herrngasse gut aufgehoben, wenn sie die ganze Fläche zur Verfügung hätte", meinte etwa Andreas Schonath (Wählergemeinschaft Oberleiterbach). "Wir könnten den Bauhof hier herauslösen, Parkplätze wären dann ausreichend hinter dem Gebäude vorhanden." Klara Ott (CSU) sah das anders: "Wir sollten beide Einrichtungen aus der Ortsmitte herausnehmen, da wir den Platz für die Entwicklung unseres Dorfes gut gebrauchen könnten."

Und Thomas Porzner (CSU) war der Ansicht, Bauhof und Feuerwehr sollten aufgrund der Synergieeffekte unbedingt zusammenbleiben. Abschließend wurden Bürgermeister und Verwaltung beauftragt, die notwendigen Fachleute zu kontaktieren und parallel nach möglichen Grundstücken für eine Auslagerung zu suchen.