Die Fronten in der Auseinandersetzung um die Erschließung des geplanten Baugebietes "Am Herrenwald" in Ebelsbach verhärten sich wieder. Das wird aus einer Pressemitteilung deutlich, die das Bürgerbegehren "Am Herrenwald" als Reaktion auf die Sitzung des Gemeinderates Ebelsbach am Mittwochabend veröffentlicht hat. In der Mitteilung, die Katharina Dorsch, Gerald Makowski, Wolfgang Kaiser, Holger Kelle und Edgar Piacquadio unterzeichnet haben, kündigen die Vertreter des Bürgerbegehrens an, ihre Ziele per Klage erreichen zu wollen.

"Uns bleibt derzeit leider nichts anderes übrig, als unsere

Klage gegen die Gemeinde weiter zu verfolgen", heißt es in der Mitteilung des Bürgerbegehrens. Der Gemeinderat hatte das Bürgerbegehren Anfang März für unzulässig erklärt. Sofern diese Entscheidung rechtskräftig würde, käme sie nach Ansicht des Bürgerbegehrens quasi einer "Zwangsauflösung" des Bürgerbegehrens gleich. Um dies zu verhindern,

hatten die Initiatoren umgehend Klage beim Verwaltungsgericht Würzburg eingereicht.

In der Sitzung am Mittwochabend hatte der Gemeinderat die Planung für das vorgesehene Baugebiet "Am Herrenwald" weiter vorangebracht. Es liegt auf der Anhöhe oberhalb von Ebelsbach und soll etwa 100 Bauparzellen bereitstellen. Nicht das Baugebiet an sich ist der Zankapfel, sondern die Erschließung. Das Bürgerbegehrens wehrt sich gegen eine Erschließung über enge Zufahrten in Gleisenau.

Keine Entspannung

"Insgesamt zeigt sich ganz klar, dass wir mit dem Bürgerbegehren weitermachen müssen - auch weil wir wieder einen anderen Umgangston und einen anderen Stil etablieren möchten", erklärt Gerald Makowski in der Mitteilung des Bürgerbegehrens. Bürgermeister und Gemeinderat müssten die Anliegen aller Bürger vertreten, nicht nur die ihrer Wähler, findet Makowski, der selbst Gemeinderat (CSU) ist. In der Sitzung hatte er darauf verwiesen, dass der Gemeinderat die 482 Unterschriften für das Bürgerbegehren nicht unbeachtet lassen dürfe.

Zuletzt hatte es Hoffnung auf eine Entspannung gegeben, nachdem ein Gespräch zwischen Vertretern des Bürgerbegehrens und dem zukünftigen Bürgermeister und aktuellen Zweiten Bürgermeister Martin Horn (SPD) stattgefunden hatte. Doch die Entscheidungen sowie auch die Kritik an den Vertretern des Bürgerbegehrens in der Ratssitzung machten deutlich, "dass die erhoffte Entspannung im Streit um die von der Gemeinde geplante Erschließung des geplanten Neubaugebietes ,Am Herrenwald' noch nicht eingetreten ist", heißt es in der Mitteilung des Bürgerbegehrens. In den Mittelpunkt ihrer Kritik rückt das Bürgerbegehren den noch bis 30. April amtierenden Ersten Bürgermeister Walter Ziegler (BNL), der "die Pläne der Gemeinde durchsetzen will". ks