Heftige Kritik gab es am Ende der jüngsten Sitzung des Neuenmarkter Gemeinderates von Ralf Pistor (CSU/WG) zu einem Artikel im Nachrichtenblatt der Neuenmarkter Gemeinschaft. "Ich dachte eigentlich, dass wir die Phase, uns aneinander anzustänkern und ständig zu kritisieren, schon lange überwunden haben. Wir haben ja im Prinzip in den letzten fünf Jahren gut zusammengearbeitet und ich dachte auch, dass wir im Gemeinderat zusammengewachsen sind und auch ein gewisses Vertrauen aufgebaut haben. Der jüngste Bericht zerstört aber das Vertrauen komplett und ich sehe mich wieder auf dem Stand Null, als wir angefangen haben. Warum jetzt die Sachen wie vor fünf Jahren wieder aufgezogen werden, das kann kein Mensch verstehen."

Was den CSU/WG Gemeinderat besonders aufregte, war der Vorwurf eines Parteibuches: "Kein Mensch macht bei uns im Gemeinderat etwas nach dem Parteibuch, ich sowieso nicht. Für uns im Gemeinderat ist wichtig, dass wir Leute haben, die Ideen und auch einen Hintern in der Hose haben, um diese Idee dann auch durchzusetzen. Parteipolitik hat für mich im Gemeinderat nichts verloren."

Pistor kritisierte auch, dass in dem Bericht ehemaligen Gemeinderäten, die zum Teil mehr als drei Jahrzehnte für die Gemeinde ehrenamtlich tätig waren, vorgeworfen werde, sie wollten sich bereichern. "Das ist eine Respektlosigkeit sondergleichen, die Ehre und Würde dieser früheren Kollegen wurde mit Füßen getreten."

Pistor forderte noch in der Sitzung eine Entschuldigung von Gemeinderat Ulrich Stelter, der für die NG den Bericht mit unterzeichnet hatte, die aber ausblieb. Stelter erklärte, dass er eben eine andere Sichtweise zu den Vorgängen habe, räumte allerdings ein, dass ihm der Satz mit der "Bereicherung" auch nicht gefallen und er darum gebeten habe, diesen zu streichen, was aber offensichtlich nicht geschehen ist.

Ralf Pistor lobte ausdrücklich die Bemühungen von Bürgermeister Siegfried Decker: "Er hat seit Anfang dieser Periode alles versucht, wieder Vertrauen aufzubauen. Jetzt sind aber die Verfasser dieses Berichtes dem Bürgermeister wieder in den Rücken gefallen."

Gemeinderat Klaus Zahner (FW) bezeichnete den Artikel im Nachrichtenblatt als einen "Schmarrn hoch drei", der weder der NG noch dem Bürgermeister oder dem Gemeinderat gut getan habe. "Die Bürger wollen das nicht!"

Bürgermeister Siegfried Decker beendete die Diskussion damit, dass der Gemeinderat nicht die richtige Plattform dafür ist, die unterschiedlichen Auffassungen auszutragen. Das müsse auf politischer Ebene geschehen. Rei.