Marion Krüger-Hundrup

Bambergs geliebter Kaiser Heinrich II. ohne seine Krone: schier undenkbar! Kein Wunder, dass Besucher des Diözesanmuseums am Domplatz fassungslos vor der Vitrine stehen, in der bis dato die berühmte Heinrichskrone prangte. Zwar nur als Kopie des in München verwahrten Originals. Aber immerhin. Die Krone ist fort, und es gibt keinen Hinweis, wohin das Schmuckstück verbracht wurde.
Halt, einer weiß es natürlich! Nämlich Museumschef Holger Kempkens, den wiederum die Nachfrage nach dem Verbleib der Heinrichskrone fassungslos macht: "Wenn das solche Kreise zieht, hole ich die Krone sofort aus dem Depot und präsentiere sie in einer benachbarten Vitrine!", erklärt er eilfertig. Er habe nicht ahnen können, dass das Herz der Bamberger so an dem Stück hängt, fügt Kempkens hinzu und liefert noch eine Begründung für die Entfernung des Augapfels: In dieser Vitrine "an prominenter Stelle" wird die Neuerwerbung des Diözesanmuseums gezeigt - eine äußerst seltene, 400 Jahre
alte Bergkristallschale aus dem Besitz eines Bamberger Fürstbischofs. Aber was ist so ein Mann schon gegen den heiligen Kaiser Heinrich!