Kämmerer Wolfgang Schröder fand in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutliche Worte: "Der Haushalt 2022 ist für die Gemeinde noch ein leichtes Geschäft. Aber die fetten, unbeschwerlichen Jahre sind auf Dauer vorbei. Wir müssen künftig einen extremen Sparkurs fahren und müssen uns auf die Erfüllung der Pflichtaufgaben konzentrieren."

Von Pflichtaufgaben geprägt

Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 13,5 Millionen Euro, davon entfallen 7,5 Millionen auf den Verwaltungshaushalt, sechs Millionen auf den Vermögenshaushalt. "Der Haushalt 2022 ist von Pflichtaufgaben geprägt. Aber große Investitionen stehen bevor", erklärte Bürgermeister Harald Hübner (CSU) und ging auf das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ein, das kurz vor dem Abschluss steht. Die Ortskernsanierung (5,5 Millionen Euro), Investitionen in die Kinderkrippen, Straßensanierungen und der Glasfaserausbau sollen umgesetzt werden.

Der Schuldenstand wird Ende 2023 auf 2,88 Millionen Euro anwachsen. Damit steigt die Gesamtverschuldung auf 772 Euro pro Einwohner an. Kämmerer Wolfgang Schröder hatte den Räten ein 268 Seiten umfassendes Werk vorgelegt. Die Zukunftsaussichten seien nicht rosig, denn niemand wisse, wie sich Pandemie, Ukraine-Krieg und die steigenden Preise auf die Situation auswirken werden.

Der Verwaltungshaushalt ist um zwölf Prozent angestiegen. Beim Vermögenshaushalt kann das gesamte Volumen über Rücklagenentnahmen abgewickelt werden. Kreditaufnahmen seien heuer nicht nötig. Schröder machte klar, dass die staatlichen Zuwendungen nach dem Raumprogramm wohl nicht einmal die Hälfte der nötigen Investitionen decken werden. Schon 2022 gäbe es Kompromisse im Haushalt.

So müsse man sich überlegen, ob man sich die Installation von Photovoltaikanlagen auf bestehenden gemeindlichen Gebäuden leisten könne. Auch die Steuerzuweisungen und die Schlüsselzuweisungen bergen Unsicherheiten.

Rekord bei der Gewerbesteuer

Immerhin konnte sich die Gemeinde Neudrossenfeld 2021 über Rekordeinnahmen an Gewerbesteuern freuen. Die Kreisumlage bleibt im Vergleich zum Vorjahr gleich: bei 1,66 Millionen Euro. Beim Vermögenshaushalt entfallen 65 Prozent des Gesamtvolumens auf Baumaßnahmen. Für die Erschließung von Neubaugebieten sind 1,1 Millionen Euro eingeplant, für Straßensanierungen 600.000 Euro und für Gerätschaften für die Feuerwehr 480.000 Euro. Alle Fraktionen trugen den Haushalt mit.

Marion Weidner (CSU) regte an, zu prüfen, ob der Bürgerbus ausgeweitet werden könne. Manuela Stöcker (FW) freute sich über die Investitionen in den Bereich Kinder, Krippenbetreuung, Kindergarten, Schule.

Georg Waldmann (FuG) indes wollte in den allgemeinen Jubel nicht einstimmen. Denn die enormen Rückstellungen, die die Gemeinde in den letzten Jahren getätigt habe, bedeuten auch, dass Projekte nicht umgesetzt worden seien. Besonders negativ stieß dem FuG-Rat auf, dass der Kämmerer betont hatte, dass nicht alle Aufgaben gleichzeitig realisiert werden können. "Photovoltaik sollen wir nicht zurückstellen. Das sind Investitionen in die Zukunft", so Waldmann.