In einer zweiten Pflanzaktion auf der Nordhalbener Flur in diesem November wurde im Rahmen des Projekts "Marktplatz der biologischen Vielfalt" eine Vogelschutzhecke gesetzt, die größtenteils aus der Bayerischen Jagdabgabe finanziert wird. Der aktuelle Jungjägerkurs unter Leitung von Hubert Kelle übernahm die dreistündigen Arbeiten nahe des Weilers Stengelshof.

"Jagd ist angewandter Naturschutz" zitierte Ausbilder Kelle einen Grundsatz seiner Organisation. Der Bayerische Jagdverband gehört zu den zehn in Bayern anerkannten Naturschutzverbänden und engagiert sich weit über das Jagen hinaus für die Umwelt. Dass das keine leeren Worte sind, zeigten zwei Jungjägerinnen und fünf Jungjäger, die derzeit an der Jägerschule Kronach ihre achtmonatige Ausbildung für die Jägerprüfung absolvieren. Sie kommen jedoch nicht nur aus dem heimischen Landkreis, sondern auch aus den Nachbarregionen Lichtenfels und Kulmbach.

Im Rahmen eines Praxistages setzten sie 225 Jungpflanzen, die in einer Baumschule vorgezogen worden waren. Neben dem Graben der erforderlichen Pflanzlöcher war zunächst auch ein Rückschnitt der Sträucher erforderlich, bevor sie in einer Doppelreihe eingesetzt werden konnten. Vier Meter breit und siebzig Meter lang soll die Hecke aus Weißdorn, Schlehe und Vogelbeere werden, um im späteren Stadium nicht nur Vögeln Schutz und Nahrung zu bieten. "Sie ist dann auch Lebensraum für Insekten, Kleinsäuger und Niederwild", erläuterte der pensionierte Revierförster bei den Bayerischen Staatsforsten in Nordhalben, Hubert Kelle.

Der frühere Leiter der Jägerschule Kronach ist auch weiterhin als Referent in den Bereichen Waldbau, Wildhege, Jagdpraxis und Jagdhunde tätig. Die Anlegung der Hecke kam auch auf seine Initiative zustande, die auf einer Gemeindewiese nun zur Artenvielfalt nahe der Ködeltalsperre beitragen soll.

Der ursprüngliche Heckenbestand auf der Flur wurde durch Kultur- und Agrarmaßnahmen eingedämmt, mit solchen Aktionen, die seit Jahren von den Jägern durchgeführt werden, soll der verschwundene Lebensraum in die Natur zurückkehren. Erst vor kurzem wurden von Nordhalbener Kindern Obstbäumchen im Rahmen des Projekts "Marktplatz der biologischen Vielfalt" gepflanzt (wir berichteten).

Projektleiter Michael Büttner, der mit vor Ort war, zeigte sich dankbar für die Initiative von Kelle und die Umsetzung durch seine tatkräftigen Jungjäger. Die Kosten von rund 530 Euro wurden weitgehend aus der Jagdabgabe des Bayerischen Jägerverbands finanziert, die restlichen Mittel trägt der Budgettopf des "Marktplatzes der biologischen Vielfalt" bei.

Nordhalben ist eine von zehn Gemeinden in Bayern, die bis 2021 im Austausch eine kommunale Biodiversitätsstrategie entwickeln und umsetzen. Nn