Die Jugendsozialarbeit an den Schulen wird ausgebaut. Sie ist für Kinder, die die Schule verweigern, Kinder, die gemobbt werden, Schüler mit Migrationshintergrund, Scheidungskinder oder Kinder, die geschlagen werden. Für diese Schüler ist in der Gräfenberger Mittelschule Yvonne Amtmann da.

Jugendsozialarbeit an den Schulen (JAS) nennt sich ihre Arbeit, die vom Landratsamt Forchheim gefördert und auch vom Schulverband finanziert wird. Träger der JAS ist die Akademie für Ganztagespädagogik.

Die Sozialpädagogin Amtmann redet mit den Schülern in einem Beratungsgespräch und versucht, mit ihnen und den Eltern Problemlösungen zu erarbeiten. Ihre Arbeitszahl soll nun von 24 auf 30 Stunden pro Woche erhöht werden. Der Antrag dazu wurde für die Schulverbandssitzung gestellt. "Es ist eine minimale Erhöhung von einer Stunde pro Tag", sagt Rektorin Petra Mayer.

Die Gründe für die Erhöhung liegen auf der Hand. Zum einen wächst die Mittelschule von 118 auf 133 Schüler. "Der Bedarf ist einfach größer", meint Mayer. Zum anderen besuchen immer mehr Kinder die Ganztagesschule. "Die Kinder sind den ganzen Tag in der Schule, ich bin dann auch ganztags für sie da", erklärt Amtmann.

Die Beratungsgespräche können somit auch am Nachmittag stattfinden. "Es sind keine Problemkinder. Meist sind es Schüler, die in der Pubertät sind und mit sich, den Eltern oder den Lehrern Probleme haben", erklärt Petra Mayer, die zugleich Amtmanns Tandemlehrerin war, als die Pädagogin die Stelle vor elf Jahren angetreten hat. Die Lehrerin also, die mit der Pädagogin bespricht, was den Lehrern aufgefallen ist, oder die von der Sozialarbeiterin Anregungen erhält. "Wir wissen nicht, wer zu Yvonne Amtmann geht und warum", sagt Mayer. Die Jugendsozialarbeiterin hat eine Verschwiegenheitspflicht. Und sie vermittelt auch, damit sich Eltern vom Jugendamt unterstützen lassen.

Vor allem die Angst soll den Eltern genommen werden, wenn sie sich in der Erziehung überfordert fühlen und Unterstützung brauchen. Von Kinderwegnehmen sei keine Rede, betonen Mayer und Amtmann.

Ab September wird es im Landkreis Forchheim 13 Schulen mit JAS geben. Das sind eine Schule am Förderzentrum in Forchheim, vier Grundschulen und acht Mittelschulen. Insgesamt gibt es zehn Mittelschulen im Landkreis und die private Montessorischule.

Seit 2013 gibt es JAS. Der damalige Gräfenberger Rektor Stefan Kuen, der Leiter des Bereichs Schulen an der Regierung Oberfranken ist, hatte JAS an die Gräfenberger Mittelschule geholt. Gefördert wurde die Jugendsozialarbeit bislang, wenn ein Migrationsanteil von 20 Prozent vorlag. Mit den neuen Förderrichtlinien wird diese Hürde ab 1. Januar 2020 entfallen, teilt das Landratsamt mit.

Dass JAS auch an Grundschulen angeboten wird, finden die beiden Pädagoginnen sinnvoll. "Es ist oft ein Kreislauf", betont Amtmann. Ein Kreislauf, der mit Krankheit oder Scheidung beginnen kann, mit Schulangst, die hinter der Schulverweigerung stehen kann. "Diese Angst kommt nicht plötzlich. Zu 90 Prozent war sie schon im Kindergarten und in der Grundschule vorhanden", erzählt Mayer.

Yvonne Amtmann tauscht sich mit den anderen Sozialarbeiterinnen an den Schulen aus. Mit Neunkirchen am Brand und Kirchehrenbach trifft sie sich alle sechs Wochen, und zwei Mal im Jahr finden Sitzungen mit dem Jugendamt statt.