von unserem Redaktionsmitglied Rainer Lutz

Rödental — Seit achteinhalb Jahren ist Thomas Engel bei der Regierung von Oberfranken für Raumordnung, Landes- und Regionalplanung zuständig. "Seit etwa acht Jahren beschäftigt mich das Projekt Annapark in Rödental", sagte er am Dienstag, als nun endlich der erste Spatenstich für das Projekt vorgenommen wurde, das die Nahversorgung für die Bürger vor allem in Oeslau sichern soll.
Immer wieder war geplant, verworfen oder nicht genehmigt worden. Mit der Ten Brinke Projektentwicklungs GmbH kam in diesem Jahr ein Partner, mit dem eine Lösung gefunden werden konnte, die ebenso praktikabel wie genehmigungsfähig erschien, lobte Engel. Das freute Miriam Seeberger. Sie hat für Ten Brinke die Projektleitung für den künftigen Annapark übernommen. "Wie Sie sehen, ist schon etwas geschafft worden", sagte sie mit Blick auf die Bagger und Muldenkipper im Hintergrund. Mit den Erdbewegungen für das Bauvorhaben geht es voran. Der milde November meint es gut mit den Baufirmen. "Im Herbst 2016 möchten wir die Eröffnung feiern", verkündete Seeberger.


Problematisches Baufeld

Dass es lange gedauert hat von der Idee, ein Einkaufszentrum in der Innenstadt zu bauen, bis zur Umsetzung, hat verschiedene Gründe. "Es ist kein ganz einfaches Baufeld", sagte Rödentals Bürgermeister Marco Steiner (FW). Der Annapark entsteht auf einem Teil des einstigen Annawerksgeländes. Es sind erhebliche Erdbewegungen notwendig. Im unteren Bereich des Baugeländes müssen rund 30 000 Kubikmeter Erde aufgefüllt wird. "Ich bin froh, dass es dennoch gelungen ist, ein Projekt für die Nahversorgung in Oeslau zu verwirklichen", betonte Steiner. Glücklich sei er auch über die beiden Hauptmieter Rewe und Rossmann.
Dass auch der Landkreis großes Interesse daran hat, innerorts ausreichende Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen, betonte Landrat Michael Busch (SPD). Er stellte einen Zusammenhang her mit der Aufnahme von Flüchtlingen. "Es müssen auch Menschen da sein, die solche Zentren auslasten können", betonte er. Nach der Wende habe der Landkreis 5000 Einwohner dazubekommen, die aus den neuen Bundesländern zuzogen. Heute sei der Bevölkerungsstand wieder so wie vor dieser Welle. "Da müsste doch der Platz einfach vorhanden sein", sagte Busch. Die Zuwanderung solle vor allem als Chance für die Region gesehen werden, weniger als Last. "Es ist beides, aber die Chance überwiegt bei Weitem", sagte Busch.


Verzicht auf eine Heizung

Als beispielhaft wurde hervorgehoben, dass der Rewe-Markt, der im Annapark gebaut wird, ohne Heizanlage auskommt. "Wir haben aus Kühlung und Tiefkühlung so viel Abwärme, dass wir tatsächlich ohne extra Heizung auskommen", erklärt Alexander Pavlovic schon bei der Vorstellung der Pläne im Oktober.
Rewe ist nicht neu in Rödental. Schon seit Jahren gibt es einen Rewe-Markt in Mönchröden. Doch mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem separaten Getränkemarkt mit 400 Quadratmetern ist er zu klein und entspricht nicht mehr den heutigen Vorstellungen des Unternehmens für einen effizient zu betreibenden Markt. Marktmanagerin Denise Kappenberger freut sich auf den Umzug, wie sie bei einem Vorgespräch zu den Plänen für den Annapark erklärte. Sie will den neuen Markt mit 1900 Quadratmetern Verkaufsfläche als Franchisenehmerin betreiben. Die Mitarbeiter vom alten sollen auch am neuen Standort beschäftigt werden. "Möglicherweise wird auch noch aufgestockt", sagte Alexander Pavlovic.
Mit der Ansiedlung des Drogeriemarktes Rossmann wird in Oeslau eine Versorgungslücke geschlossen, die durch die Schließung des Schlecker-Marktes entstanden war.
Ten Brinke ist ein familiengeführtes Unternehmen mit rund 650 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro.
In der Region ist Ten Brinke nicht neu, wenn es um Bauprojekte geht. Das Unternehmen hat unter anderem einen Teil des ehemaligen Baur-Geländes in Burgkunstadt bereits neu bebaut.