Der Vorstellung eines protestantischen Pfarrers entspricht er nicht, wenn Wolfgang Buck die Bühne betritt, sich mit dem Publikum unterhält und seine Songs zum Besten gibt. Zu Beginn des Jahres 2016 startete das aktuelle Soloprogramm "Su kammers aushaldn", mit dem er auch in Herzogenaurach gastierte.
Es geht darin um unerträglich gut oder beneidenswert schlecht Gelaunte, Wichtigtuer, Schmarrer und Besserwisser. Am Schlimmsten empfindet Buck aber diejenige, die zu allem eine Meinung aber von nichts eine Ahnung haben.


Alles auf fränkisch

Seine Texte trägt er in fränkischer Mundart vor und da er 1958 in Puschendorf geboren wurde, klingen seine Texte für die Ohren der Herzogenauracher Zuhörer sehr vertraut. Aufgewachsen im Landkreis Fürth, lebt er inzwischen bei Bamberg.
Er erzählt zu Beginn, dass er sich mit einem "Häckla" verletzt hat und heute erstmals die Erlaubnis seines Arztes erhalten hat, zu spielen. Der Arzt im Krankenhaus hat übrigens erzählt, dass er einen Vertrag mit der Herstellerfirma des Beils habe.
Mit feinsinnige Beobachtungsgabe erkennt er die Besonderheiten des fränkischen Alltags, wenn am Samstagmorgen mit Flex und Rüttelplatte in der Nachbarschaft hantiert wird, oder die Zucchini, die in Italien zart und klein für die Küche verwendet werden, als 13 Pfund schwere grüne Bomben vor dem Pfarrhaus deponiert werden, heimlich wohlgemerkt. Denn die Deutschen wollen immer die Besten und Größten sein.
Dabei liebt Buck Italien richtig. Wenn er kocht gibt er dem Essen am liebsten italienische Namen, das mache alles viel interessanter. Quattro Stagioni besteht in Franken aus Leberwurst mit Gurke, Preßsack mit Senf, Backsteinkäse mit Zwiebeln und Bratwurstgehäck mit Zwiebeln. "Auf italienisch kannsd den größdn Schmarrn singen, es klingt immer gut", meint er nur dazu. Auch ein Zahnarztbesuch wird bei ihm ein lustiges Erlebnis und animiert die Zuhörer sogar zum Mitsingen. Irgendwie kann man Buck nicht beschreiben, man muss ihn ganz einfach erleben.
Buck hat evangelische Theologie studiert und als Pfarrer in Trabelsdorf bei Bamberg gewirkt. Songs im fränkischen Dialekt schreibt er seit 1983, die ersten Konzerte starteten 1987, die Gründung der Wolfgang Buck Band erfolgte 1992. Die Gitarre ist sein Instrument, mit dem Spielen hat er bereits 1972 begonnen. Da die ursprüngliche "Nebenbeschäftigung" immer mehr Zeit und Raum einnahm, hat er sich von seinem Wirken als Pfarrer beurlauben lassen und tourt durch die Region. Im Lauf der Jahre hat er sich eine treuer Fangemeinde erworben, auch nach Herzogenaurach waren zahlreiche Interessenten gekommen.
Fast ist man versucht, mit den Worten des Nürnberger Mundartdichters Benedict Wilhelm Zahn (1738-1819) Buck als "Baiderla af alli Subbm" zu titulieren, er war mit dabei in Kloster Banz, beim Bardentreffen in Nürnberg, bei Treffen in Würzburg und Bamberg, aber auch in Berlin und Frankfurt a.d. Oder. Wobei sein Schwerpunkt natürlich in Franken liegt. Für sein Wirken hat er diverse Preise erhalten: den Frankenwürfel 2006 und den Wolfram von Eschenbach Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken im Jahr 2008. Noch in diesem Jahr ist er Gast bei Werner Schmidbauer und Martin Kälberer.
Für Stadtpfarrer Helmut Hetzel ist der Dialekt nichts Trennendes, sondern etwas, das zusammenführt. Der Reinerlös des kurzweiligen Abends geht an die Tafel.