Veronika Schadeck

Ludwigsstadt — Dass sich in Ludwigsstadt einiges bewegt, wurde am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung in der Hermann-Söllner-Halle deutlich. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 11 191 000 Euro investiert, der Eigenanteil der Stadt betrug dabei 2 905 000 Euro. Der Rest wurde durch verschiedene Förderprogramme finanziert, wobei ein wesentlicher Anteil aus Städtebaumitteln kam. Zudem erhält Ludwigsstadt für das Jahr 1,1 Millionen Euro an Stabilisierungshilfen.
Investiert wurde unter anderem in die Aufwertung des Freibades (60 000 Euro), in den Rückbau der Burg-Bräu-Brache in Lauenstein (600 000 Euro), in den Ersatzneubau von vier Brücken in Ebersdorf (1,1 Millionen Euro), in die Asphaltierung von Ortsstraßen (36 000 Euro), in die Erneuerung der Hallenheizung für die Sport- und Kulturhalle (70 000 Euro) etc.
Weiterhin werden in Ludwigsstadt zwei Wohnungen für Flüchtlinge geschaffen. Dafür wurde durch die Stadt das Wohn- und Geschäftshaus in der Kronacher Straße 14 erworben. Der Freistaat Bayern fördert das Vorhaben über das Sonderprogramm "Leerstand nutzen, Lebensraum schaffen". Im Gegenzug ist die Stadt verpflichtet, die Immobilie in den ersten sieben Jahren vorrangig an anerkannte Flüchtlinge zu vermieten.


Willkommenskultur schaffen

Die Kosten, so der Bürgermeister, belaufen sich auf 410 000 Euro, davon bezahlt die Stadt 133 000 Euro. Er wisse, dass dieses Projekt derzeit für Diskussionen sorge, so der Bürgermeister. Aber es gehe darum, eine Willkommenskultur zu schaffen. "Die Flüchtlinge sind nicht freiwillig hier!". Es bestehe durchaus die Chance, dass diese dann auch in Ludwigsstadt bleiben. Beim Thema Flüchtlinge richtete der Betreuer Muhammad Abu-Taa einen Aufruf an Gewerbetreibende. Demnach werden 10 bis 15 Jobs für Flüchtlinge als Hilfskräfte gesucht. "Die Flüchtlinge wollen arbeiten!"
Zuversichtlich ist der Bürgermeister, dass - nachdem sich herausgestellt hat, dass es keine Interessenten in Ludwigsstadt für den Kauf von Eigentumswohnungen gibt - die Revitalisierung der KEZ-Brache doch noch realisiert werden kann, allerdings in einer abgespeckten Form. Statt der ursprünglich 16 geplanten Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten sollen nun neun Wohnungen und eine Gewerbeeinheit entstehen. Die Stadt hat sich nicht nur am Abriss des alten KEZ-Gebäude beteiligt, sondern wird auch die öffentlich nutzbaren Flächen mit Mitteln der Städtebauförderung gestalten und drei Wohneinheiten zum Vermieten erwerben.
Die Parkplatzsituation war ein Schwerpunktthema. Wie bereits berichtet, sind die Parkplätze in Ludwigsstadt nicht zuletzt wegen expandierender Unternehmen und der topographischen Lage knapp. Deshalb wurde auch ein Parkplatzraumkonzept erstellt. Timo Ehrhardt erklärte nun, dass man daran denke, eine Fläche zwischen dem Freibad und der Firma Zschach auszuweisen. 150 Stellplätze könnten dort geschaffen werden.


Ein Parkplatzproblem

Ihm sei bewusst, dass - wenn die Revitalisierung der Jahns-Bräu-Brache in Angriff genommen wird, sich die Parkplatzsituation verschärfen wird - denn dann können auf dem Areal keine Autos mehr abgestellt werden. Es wurde auch der Vorschlag gemacht, im innerstädtisch Bereich Kurzzeitparkplätze zu schaffen, da schon des öfteren Klagen von Einzelhändlern zu verzeichnen waren, wonach Pendler die vorhandenen Parkplätze tagsüber belegen und somit Einkünfte verloren gingen, da die Konsumenten nicht vor dem Eingang parken könnten.
Ludwig Heyder klagte über Schimmelpilz in den Duschräumen der Hermann-Söllner-Halle. Hier müsse die Stadt tätig werden.
Auf die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds ging Michael Rudolph ein. Angedacht sei die Schaffung einer Bushaltestelle mit Wendemöglichkeiten. Zudem sollen bedarfsgerechte Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Abgerissen werden soll das ehemalige Zollgebäude.
Wie Rudolph weiter ausführte, werden für diese Maßnahmen sicherlich noch zwei Jahre vergehen. Es müssen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern (Stadt, Bahn, Privat) geführt werden.
In den nächsten vier Jahren soll zudem die B 85, vom Rathaus aus bis zum Freibad, erneuert werden. Wie Rudolph erklärte, müsse der Trassenverlauf weitgehend beibehalten werden. Angedacht ist unter anderem eine lärmschutzmindernde Asphaltschicht, und Querungshilfen beim Freibad. Überlegt wird, ob die Parkplätze längs der B 85 angebracht werden. Ausgebaut werden soll die Zufahrt zur Ottendorfer Straße. Rudolph betonte, dass man hier noch am Anfang der Planungen stünde. Er wies auf notwendige Gespräche mit dem Straßenbauamt hin.
Abschließend gab der Bürgermeister einen Ausblick auf geplante Maßnahmen 2018. Demnach sollen energetische Sanierungen von städtischen Gebäuden, die Dorferneuerung in Ottendorf und die Sanierung des Kanalsystems in Angriff genommen werden.


20 Geburten, 60 Sterbefälle

Was die Entwicklung der Einwohner betrifft, so stehen 60 Sterbefällen 20 Geburten gegenüber. Insgesamt sind die Einwohnerzahlen in den letzten Jahren konstant. 1360 Erwerbstätigen stehen 1390 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gegenüber. Die Schulden der Stadt können bis Ende 2017 auf unter sieben Millionen Euro zurückgefahren werden.