Der Sachausschuss "Tembladera - Eine Welt" des Pfarrgemeinderates St. Magdalena unterstützt die Initiative von Pax Christi "Kein Weihnachten in Moria. Notleidenden helfen - Flüchtlinge aufnehmen! Jetzt!". Aus diesem Grund haben Ursel Novotny als Vorsitzende des Ausschusses und Wolfgang Seitz an die Abgeordneten geschrieben, die den hiesigen Wahlkreis im Bundestag vertreten (der FT berichtete ausführlich).

Drei Antworten sind inzwischen eingetroffen, wie Seitz jetzt mitteilt: "Die Abgeordneten von CSU, SPD und den Grünen antworteten ausführlich auf unser Schreiben, von der FDP liegt bislang keine Stellungnahme vor."

Uwe Kekeritz (Die Grünen) und Martina Stamm-Fibich (SPD) unterstützen "das Anliegen von Pax Christi vorbehaltlos", wie es in einer Pressemitteilung der beiden Organisatoren heißt. Sie haben die Antworten der Abgeordneten zusammengefasst.

Uwe Kekeritz schreibt: "Die Lage in Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist erschütternd. Wir müssen jetzt helfen, die Menschen zu evakuieren!" Für den Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen gibt es Kapazitäten und den Platz. Auch sieht er "eine überaus große Bereitschaft von Ländern und Kommunen sowie der Zivilgesellschaft in Deutschland, zu helfen." Darauf könnte man aufbauen. Aber vor allem CDU und CSU stellen sich nach Ansicht von Kekeritz "bisher taub und blind".

Auch Martina Stamm-Fibich (SPD) bezeichnet die Zustände in den Aufnahmeeinrichtungen auf den griechischen Inseln als "unbestritten katastrophal und untragbar". Und weiter: "Diese desolate Situation ist Europas unwürdig."

Was in Moria geschehen ist, lasse sich nur als humanitäre Katastrophe beschreiben. Die Sozialdemokratin schließt sich der Argumentation der Herzogenauracher an und betrachtet es ebenfalls "als moralisch unabdingbar, Menschen in Not Hilfe zu leisten".

Versprechungen hinsichtlich einer schnellen Lösung auf Bundesebene könne sie allerdings leider nicht machen, schreibt Stamm-Fibich. Zum einen seien die griechischen Behörden wenig kooperativ bei der notwendigen Zuarbeit, zum anderen bremse auch ihrer Meinung nach die Union, "wo immer sie kann".

Müller: Schnelle Hilfe wichtig

Für die Union ist Stefan Müller Mitglied des Bundestags. Der CSU-Politiker und direkt gewählte Wahlkreis-Abgeordnete plädiert für schnelle Hilfe: "Die Bilder nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria auf der Insel Lesbos erfüllen uns mit Schrecken und machen uns tief betroffen. Als CSU im Bundestag ist es uns ein Anliegen, die christlichen Werte wie Humanität und Nächstenliebe in der Politik zu vertreten. Für uns ist deshalb klar, dass wir den Menschen in Griechenland nun schnell helfen müssen", schreibt Stefan Müller. Er verweist auf die bisherigen Hilfen und pocht auf eine europäische Lösung: "Wir gehen mit gutem Beispiel voran und zählen dabei auf die Solidarität der übrigen europäischen Länder."

Am kommenden Freitag geben auf Anregung von Pax Christi katholische Kirchen ein öffentliches Signal der Solidarität mit den Flüchtlingen in Moria. In der Stadtpfarrkirche St. Magdalena Herzogenaurach wird die brennende Osterkerze tagsüber an ihr Schicksal erinnern und am Abend der Sternenhimmel, berichten Ursel Novotny und Wolfgang Seitz abschließend.

Eindringliche Bitte

Der Sachausschuss der Herzogenauracher Pfarrgemeinde St. Magdalena schrieb in seinem Brief an die Bundestagsabgeordneten wörtlich: "Wir möchten Sie eindringlich bitten, mit einem interfraktionellen oder fraktionsübergreifenden Antrag des Deutschen Bundestages die Bundesregierung aufzufordern, aus dringenden humanitären Gründen alle Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln so schnell wie möglich in Deutschland aufzunehmen." Die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik sei zwar unbestritten, bis heute fehle sie leider. Und weiter: "In dieser Frage zu einer Verständigung unter den EU-Mitgliedsstaaten zu kommen, wird umso leichter sein, wenn die wirtschaftlich stärkste Macht mit gutem Beispiel vorangeht." red