"Mit umfassenden Informationen sollten die Sorgen und Nöte der Bürger zerstreut werden", sagte Bürgermeister Bruno Kellner (VU) bei der Vorstellung der geplanten soziotherapeutischen Einrichtung durch das Sozialteam Lappersdorf im Gewerbemischgebiet "Alter Postweg" in der Straße "Im Stock".
Das 1992 gegründete, gemeinnützige Unternehmen möchte hier ein zweistöckiges Gebäude mit 40 Plätzen errichten. Es werden 25 Arbeitsplätze geschaffen. Als kleinerer Partner baut hier ebenfalls die Firma Golden Care, ambulante Krankenpflege, ein in Rattelsdorf ansässiges Unternehmen. Das Sozialteam Lappersdorf stellte in einer Sitzung im Januar dem Marktgemeinderat das Projekt umfassend vor. Vorausgegangen war eine Besichtigung der Einrichtung in Lappersdorf.


Wohnungen statt Klinik

Bei der Veranstaltung in der Schulturnhalle informierten die Geschäftsführer Martin und Peter Weiß, Diplom-Sozialpädagoge Thomas Fehr und die Einrichtungsleitung Elke Villa-Gabor. Das geplante zweitstöckige Gebäude ist u-förmig und von der umliegenden Bebauung ein Stück entfernt. Es handelt sich um eine Wohneinrichtung und nicht um eine Klinik.
Auf jedem Stockwerk befinden sich zwei Wohngruppen. Das Haus ist barrierefrei. 20 Prozent der Plätze sind für Rollstuhlfahrer vorgesehen.
Für Fragen aus kommunalpolitischer Sicht stand der ehemalige Zweite Bürgermeister Albert Baldauf zur Verfügung. Er stellte fest, dass die Bürger in Lappersdorf das Projekt zuerst durchaus kritisch sahen. Die Entscheidung sei aber sehr transparent durchgeführt worden, so sei es gelungen, die Bürger mitzunehmen. Die Gemeinde habe bisher keine Probleme gehabt, betonte Baldauf.
Die anwesenden Bürger hätten sich noch mehr Transparenz gewünscht. Die Aussage von Bürgermeister Kellner, er halte das Vorhaben mit einer Investition von vier Millionen Euro für eine gute Sache, kommentierte ein Einwohner, dass es wahrscheinlich ein gutes Geschäftsmodell sei. Peter Weiß antwortete, dass die Einrichtung kostendeckend arbeite und vom Bezirk Oberfranken nach der Feststellung des regionalen Bedarfs gefördert werde. Die Kranken kämen aus der Region und würden fachärztlich von den Nervenkliniken betreut werden.
Von den Veranstaltungsteilnehmern wurde ein florierender Drogenhandel und Beschaffungskriminalität befürchtet. Elke Villa-Gabor räumte diese Befürchtungen aus. In erster Linie handele es sich nicht um Menschen, die illegale Drogen konsumierten. Der Drogenhandel erfolge meist über das Internet. Im Haus fänden regelmäßig Drogenscreenings und Kontrollen auf Alkohol statt.
Zu der Furcht vor Gewaltstraftätern und Sexualstraftätern gab es die klare Aussage, dass keine Patienten aus forensischen Kliniken aufgenommen würden. Bei Problemen könne sofort Kontakt mit der Einrichtung aufgenommen werden. Es sei Tag und Nacht ein Ansprechpartner vor Ort.
Im Frühjahr 2017 ist mit dem Baubeginn zu rechnen. Wahrscheinlich wird die Einrichtung im Jahr 2018 in Betrieb gehen. Gehofft wird dann auf ein gutes Miteinander mit den Bürgern, den Vereinen, dem Pfarrgemeinderat und der Gemeinde.