Zum Antrag der CSU „Höchstadt soll an die Fachwerkstraße“ im FT vom 15. April 2021:

Heute Morgen habe ich begonnen, den Artikel „Höchstadt soll an die Fachwerkstraße“ zu lesen. Nach ein paar Zeilen habe ich mich durch einen Blick auf meine Uhr vergewissert, dass der 1. April schon vorbei ist und die im Artikel vorgetragene „Anregung“ der CSU tatsächlich ernst gemeint ist.

Keine Ahnung, wie genau die beiden Unterzeichner Herr Schulz und Frau Enz zu diesem Thema recherchiert haben, bevor sie mit ihrer bahnbrechenden Idee an die Öffentlichkeit gingen.

Ich habe mir die Mühe gemacht, in der Satzung des zuständigen Vereins nachzulesen. Folgendes ist darin festgelegt: Um Mitglied in der Arbeits­gemeinschaft „Deutsche Fachwerkstraße“ zu werden, muss man erstmal Mitglied in der „Arbeits­gemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e. V.“ werden. Dort können „Kommunen der Bundes­republik, deren historische Tradition sich unter anderem in einem stadtbildprägenden Fachwerk­bestand ihrer Stadt­kerne niederschlägt, Mitglied werden“ (§ 3 Nr. 1 der Satzung ). Ob dies zutrifft, muss durch eine „positive Stellungnahme des jeweiligen Landes­denkmal­amtes, dass die Antragstellerin über einen stadtbildprägenden Fachwerk­bestand verfügt“, belegt werden (§ 3 Nr. 4 der Satzung ). Für beide Mitgliedschaften sind Beiträge zu entrichten.

Bisher ist mir beim Bummel durch die Stadt der „stadtbildprägende Fach­werbe­stand“ im Stadt­kern nicht aufgefallen.

Dass wir Höchstadt besser für einen sanften Tourismus rüsten müssen, ist klar und wird auch von den anderen Fraktionen seit Jahren befürwortet. Allerdings sind meiner Meinung nach noch ein paar wichtige Grundlagen zu schaffen, wie zum Beispiel weitere Übernachtungsmöglichkeiten.

Weiterhin kann ich nicht nachvollziehen, dass gerade in diesen für uns alle schwierigen Zeiten, solch ein „Schwerpunkt“ gesetzt wird. Ich bin sicher, dass viele Stadträte sich gerade um wichtigere Themen Gedanken machen und versuchen, innovative Ideen zu entwickeln, wie wir als Gemeinde die nächsten Monate und Jahre nach der Pandemie meistern. Übrigens, diese Gedanken teile ich mit meinem ebenfalls „fachwerkbegeisterten“ Freund Reinhard Grasse.

Mirjam Wellein

Höchstadt