Der Leiter der Fachschule für Heilerziehungspflege/-hilfe der Barmherzigen Brüder Gremsdorf , Andreas Keidel, blickte am Tag der Abschlussfeier zurück auf ein „anstrengendes, frustrierendes und erschöpfendes Jahr“, geprägt von Distanzunterricht und eingeschränkter Praxisarbeit.

Der Schule sei es dennoch gelungen, dass die Studierenden mit Hilfe ihres erworbenen Wissens nun „Meinungen und Überzeugungen zutreffender beurteilen können“. Dies wiederum bilde eine wichtige Voraussetzung dafür, kritisch zu sein mit der künftigen Arbeit in der Praxis, sagte der Schulleiter . Das Ziel sei es, den Menschen, die sie begleiten, eine bessere Teilhabe zu ermöglichen und sie zu einem selbstbestimmten Leben zu befähigen.

Der Gremsdorfer Schulleiter fand aber auch deutliche Worte der Kritik. Es gebe immer weniger Interessierte für die Ausbildungsformen der Heilerziehungspflege. Der Praxis fehlten Fachkräfte in großer Zahl – „und dies wird in den kommenden Jahren eher schlimmer als besser“. Aber das liege keineswegs am Beruf an sich und schon gar nicht an den Menschen, mit denen die Heilerziehungspflegenden arbeiten. Keidels Forderungen an die Politik lauten vielmehr: „Die Rahmenbedingungen für Ausbildung und im Beruf müssen dringend verbessert werden.“

Im Namen der Geschäftsführung wünschte Ute Häußer den Schulabsolventen, die Hoffnung und die Zuversicht zu haben, an „ihre Möglichkeiten und Chancen zu glauben und damit das Licht am Horizont zu sehen“. Vom Trägerorden der Einrichtung, den Barmherzigen Brüdern, kam Pater Thomas Väth aus Regensburg, um zusammen mit dem Hausseelsorger Peter Jankowetz der Abschlussfeier einen religiösen Impuls zu geben. Sie sprachen von Lichtblicken und Hoffnungszeichen am Ende der Ausbildungszeit .

33 Studierende haben die zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung erfolgreich absolviert, zehn den Helferkurs. Als Abschlussbeste wurden David Löbel, Lydia Nußbaum, Jörg Barth, Michael Scherbel und Oliver Reinwand ausgezeichnet. red