von unserem Redaktionsmitglied 
matthias Einwag

Bad Staffelstein — Mit einem Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro entsteht derzeit an der Ecke Viktor-von-Scheffel-Straße/Am Kreuzberg ein L-förmiger Gebäudekomplex. In den beiden Häusern, die im Juni/Juli 2016 bezugsfertig sein sollen, werden 15 Mietwohnungen geschaffen sowie zwölf Eigentumswohnungen und eine Seniorenwohnanlage mit zwölf Plätzen. Außerdem wird sich darin ein Büro der Quartiersmanagerin Katja Brade befinden, die das Zusammenleben der Generationen koordiniert.
Die Caritas übernimmt die Betriebsträgerschaft. Federführender Investor ist die Ebensfelder Baufirma Raab, die weitere Investoren als Selbstnutzer oder Kapitalanleger sucht. Die 15 Mietwohnungen bleiben im Eigentum der Firma Raab. Die Regierung von Oberfranken fördert das Projekt mit zinsvergünstigten Darlehen.

"Miteinander und füreinander"

Am Donnerstagnachmittag fand die Grundsteinlegung mit kirchlicher Segnung statt. Marion Resch-Heckel, die Bereichsleiterin Planung und Bau bei der Regierung von Oberfranken, würdigte das Projekt als "zeitlose Wohnanlage". In den Häusern könnten mehrere Generationen unter einem Dach gemeinsam leben. Unter dem Motto "miteinander und füreinander" würden hier Wohnungen geschaffen, die der demografischen Entwicklung entgegenwirken sollen, denn die stetige Zunahme des Durchschnittsalters und die sinkende Geburtenrate erforderten einen derartigen Wohnungsmix.
Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) freute sich, dass auch der Kreis in dieses Projekt in der "Tourismus-Hauptstadt Bad Staffelstein" mit einbezogen sei: "Dieses Projekt ist ein Magnet für unseren gesamten Landkreis."
Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) sagte, er sei froh darüber, dass Stadtrat, Bauträger, Caritas, St. Joseph-Stiftung, Landkreis Lichtenfels und Regierung dieses lebensnahe Wohnmodell gemeinsam entwickelt hätten. Unter der Trägerschaft der Caritas entstehe hier ein "Wohnmodell für Jung und Alt, für Singles, Paare, Familien mit Kindern sowie Menschen mit und ohne Behinderung".

Wertvolles Quartiersmanagement

Dass das Leben in den nun entstehenden Gebäuden durch ein Quartiersmanagement gefördert werde, freue ihn besonders, fuhr der Bürgermeister fort, denn "das Miteinander und Füreinander macht's sehr wertvoll".
Die beiden nebeneinander stehenden Häuser hätten viele gemeinschaftliche Bereiche, die von allen Bewohnern genutzt werden könnten, sagte Gisela Schubert-Raab, die Geschäftsführerin der Baufirma. Dieses Konzept werde zu einer "lebendigen Durchmischung" führen. Eine der Wohnungen werde als Büro für die Quartiersmanagerin kostenlos zur Verfügung gestellt. Inzwischen liege bereits eine lange Liste an Mietinteressenten vor.
Nach der kirchlichen Segnung durch den katholischen Pfarrer Georg Birkel und seinen evangelischen Amtskollegen Matthias Hagen befüllte Gisela Schubert-Raab eine Zeitkapsel mit aktuellen Tageszeitungen, gängigen Münzen und Info-Broschüren. Zusammen mit Polier Wolfgang Batz mauerte sie diese Zeitkapsel in den Grundstein ein.