Ein Vierteljahrhundert gehören Dritter Bürgermeister Berthold Albert und Stadtrat Michael Schlegelmilch bereits dem Haßfurter Gremium an. Bürgermeister Günther Werner würdigte in der Stadtratssitzung am Montag die Verdienste der beiden Mandatsträger.

Berthold Albert begann seine Laufbahn als Kommunalpolitiker im Jahre 1996 als Ortssprecher von Unterhohenried. Sechs Jahre später wurde er in den Stadtrat gewählt und gehört diesem bis heute an, seit 2020 sogar als Dritter Bürgermeister . Zuvor war Albert auch zwölf Jahre Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft. Michael Schlegelmilch wurde 1996 über die damals neu gegründete „ Junge Liste “ erstmals in den Stadtrat gewählt. Für die Liste war er bis 2002 Gremiumsmitglied. Anschließend setzte er seine kommunalpolitische Tätigkeit als Stadtrat der CSU fort – bis heute. Von 2014 bis 2020 übte Schlegelmilch auch das Amt des Zweiten Bürgermeisters aus. Beide Jubilare wirkten außerdem in vielen verschiedenen Ausschüssen mit. Bürgermeister Günther Werner dankte den beiden verdienten Stadtratsmitgliedern: „Ihr habt euch für das Gemeinwohl starkgemacht und in vorbildlicher Weise seit 25 Jahren das Bild unseres Stadtrates mitgeprägt.“

Seit vielen Jahren fordern die Bürger im Stadtteil Prappach eine Verbesserung des Mobilfunkempfangs. Jetzt scheint sich eine Lösung anzubahnen. Im Rahmen der Mobilfunkförderprogramme ist der Anbieter Drillisch/1 & 1 bereit, einen Mobilfunkmast in der Nähe von Prappach zu errichten. Üblicherweise nutzen dann andere Mobilfunkbetreiber den Standort mietweise mit, wie Bürgermeister Günther Werner erklärte. Auf einem Grundstück westlich von Prappach in der Gemarkung „Taubenäcker“ soll der Mobilfunkmast auf einem Grundstück der Stadt errichtet werden, die dafür eine monatliche Miete erhält. Finanziert wird die Errichtung und Erschließung des Mobilfunkstandortes zu 100 Prozent von Drillisch/1 & 1 und dem Mobilfunkförderprogramm des Bundes. Der Stadtrat befürwortete die vorgelegte Standortauswahl.

In diesem Zusammenhang fragte Stadtrat Ilker Özalp, was mit der Richtfunkanlage am südlichen Ortseingang geschehe beziehungsweise wann diese abgebaut werde. „Wie mir ein Prappacher Bürger gesagt hat, wird diese Anlage nicht mehr benötigt und steht nur nutzlos in der Gegend herum“, berichtete Özalp. Bürgermeister Werner antwortete, dass die Richtfunkanlage der Firma Schnell-im-Netz gehöre und diese für einen eventuellen Abbau zuständig sei.

Über den aktuellen Sachstand des Projektes „Smart Green City“ berichtete Madlen Müller-Wuttke dem Stadtrat . Die jetzige Strategiephase ende im Oktober, sagte die Chief Digital Officer. Bis dahin könnten noch Ideen und Vorschläge von allen Bürgern eingebracht werden.

Wegen der Pandemie sei das Stadtlabor am 20. April ohne große Einweihungsfeier eröffnet worden. Müller-Wuttke: „Dies wurde in der vergangenen Woche zum bundesweiten Digitaltag nachgeholt. Per Livestream wurden die Zuschauer über den Fortschritt der Projekte informiert.

Die doppischen Jahresabschlüsse für 2016 und 2017 stellte Stadtkämmerer Wolfgang Hömer dem Gremium vor. Die Gesamtergebnisrechnung weist für das Haushaltsjahr 2016 erstmals einen deutlichen Fehlbetrag in Höhe von knapp 4,5 Millionen Euro aus. Im Vorjahr (2015) wurde noch ein Überschuss von rund 520 000 Euro erwirtschaftet.

Wo es der Stadt 2016 ans Geld ging

Als Ursachen für den Fehlbetrag nannte Hömer die zwingende Erhöhung der Rückstellung für die Deponie „Prappacher Straße“ um weitere 3,5 Millionen Euro . Außerdem spielten hier zum Beispiel der Verlust bei der Veräußerung einer Immobilie und eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Straßen und Kanäle im Neubaugebiet „Osterfeld II“ eine Rolle, so Hömer. Die Gesamtfinanzrechnung, die die Ströme der Ein- und Auszahlungen abbildet, weist dagegen einen Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit von knapp 2,2 Millionen Euro aus. Zusammen mit dem Saldo der Investitionstätigkeit von 1,5 Millionen Euro ergibt sich ein Finanzierungsmittelüberschuss von 3,7 Millionen Euro .

Im Haushaltsjahr 2017 konnte dann wieder ein positives Gesamtjahresergebnis von etwas über 3 Millionen Euro festgestellt werden. Grund dafür waren unter anderem höhere Steuereinnahmen, wie Hömer erklärte.

Die Gesamtfinanzrechnung 2017 weist einen Überschuss von 3,8 Millionen Euro aus, die zusammen mit dem negativen Saldo aus der Investitionstätigkeit ein Finanzierungsmitteldefizit in Höhe von etwas über eine Million Euro ergibt.