Das Gesamtvolumen des Haushalts 2021, der am Montagabend vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde, ist um rund 700 000 Euro auf insgesamt 4 692 000 Euro gestiegen. Kämmerer Tobias Müller begründete dies mit den Ausgaben im Vermögenshaushalt, die um knapp 60 Prozent auf nunmehr 1 913 000 Euro gewachsen sind. Im Gegensatz dazu bleibt der Verwaltungshaushalt mit einer Steigerung um 2300 Euro praktisch auf Vorjahresniveau und schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 2 779 000 Euro ab.

Kämmerer Tobias Müller sprach von einem richtungsweisenden Haushalt, der nicht nur umfassend, sondern auch solide sei. Hinter der Gemeinde liege ein turbulentes Jahr: "So fanden eine Vielzahl von Terminen, Gesprächen und Diskussionen statt, es wurde vieles hinterfragt und neu thematisiert, ab jetzt muss es für die Gemeinde Ködnitz heißen, vorwärts zu schauen, Taten folgen zu lassen und die Projekte umzusetzen."

Um Aufträge im Rahmen der Finanzplanungsjahre vergeben zu können, wurden Verpflichtungsermächtigungen in einer Höhe von 2,4 Millionen Euro festgesetzt, sie betreffen die geplante Neubaumaßnahme der Kindertagesstätte in Fölschnitz.

Der Vermögenshaushalt ist von fünf Großprojekten geprägt, der Gestaltung des Areals beim früheren Anwesen "Kauerndorf 19", der Maßnahme am "Veitsgraben", dem Breitbandausbau, dem Niederschlagsabflussmodell, für das die Gemeinde Ködnitz die Leitkommune ist, und den Baumaßnahmen für die Kindertagesstätte. Allein dafür sind Kosten von rund 2,6 Millionen Euro vorgesehen. Die Gemeinde kann hier zwar mit Fördergeldern rechnen, doch bis zu deren Eingang muss sie die Vorfinanzierung übernehmen.

Aus der Rücklage können 690 000 Euro entnommen werden, sie wird bis Ende 2022 bis auf das Mindestmaß aufgebraucht sein. Die Verschuldung der Gemeinde Ködnitz wird zum Jahresende 2021 voraussichtlich 633 Euro pro Einwohner betragen und damit bei rund einer Million Euro liegen.

Wenig Spielraum

Kämmerer Tobias Müller: "Selbstverständlich wird versucht, im Rahmen einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung die Beanspruchung gering zu halten." Doch die nächsten Jahre böten nur wenig Raum für weitere Projekte oder Anschaffungen. "Nach der Finanzplanung wird im Jahr 2022 eine Darlehensaufnahme unumgänglich sein."

Die Haushaltslage bezeichnete der Kämmerer als solide, jedoch ist nach seiner Meinung ein verstärktes Augenmerk auf die Einnahmenüberwachung zu legen, letztlich auch mit Blick auf die schwierige Corona-Lage.

Bürgermeisterin Anita Sack (FW) verwies darauf, dass im letzten Jahr coronabedingt vieles langsamer und schwieriger umsetzbar gewesen sei: "Trotz allem ist fortlaufend und so zügig wie möglich an allen gemeindlichen Projekten und Aufgaben gearbeitet worden. Ziel- und kostenorientiert müssen wir im nächsten Haushaltsjahr die anstehenden Projekte angehen, besonders den Kindergartenbau und das Veitsgraben-Projekt."

Was die Kita angeht, wurde eine Machbarkeitsstudie vom Büro H2M, Kulmbach erarbeitet, das eine klare Empfehlung in Richtung Neubau gab. Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist nach den Worten von Bürgermeisterin Sack nach wie vor sehr hoch: "Die Gemeinde Ködnitz ist offenbar für Familien eine äußerst attraktive Gemeinde. So war es notwendig, die Krippenplätze nicht wie geplant von 8 auf 12, sondern von 8 auf 24 aufzustocken."

Beim Veitsgraben-Projekt musss der Forstwegebau mit einem Regenrückhaltebecken verbunden werden. Michael Heisinger (Rangen) warnte vor einer exorbitanten Kostensteigerung im Bausektor um rund 20 Prozent: "Vieles werden wir uns nur auf Pump leisten können." Und Zweiter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) vermisste im Haushalt die Innovation und auch Ideen für die Zukunft. Sack dazu: "Vorschläge können immer gemacht werden, aber unser derzeitiges Finanzbudget ist so ausgelegt, dass wir alle Hände voll zu tun haben, das abzuarbeiten, was wichtig ist."

Für Reinhard Kortschack (FW) ist der Haushalt 2021 schlüsssig. Wichtig ist ihm für die Zukunft, die gemeindlichen Straßen und Wege nicht nur bedarfsgerecht zu erhalten, sondern auch nach Möglichkeit zu verbessern.