JOsef Hofbauer

Für die einen sind die Graffiti in der Bahnhofsunterführung in Forchheim Kunst, für die anderen nichts weiter als Schmiererei. Für FT-Leser Walter Siegel, der diesen Weg mehrmals in der Woche zurücklegt, sind die Parolen an den Wänden ein klarer Fall von Vandalismus. Er fordert Überwachungskameras und würde die Sprüher zur Rechenschaft ziehen.


Sind Kameras die Lösung?

Die Installation von Kameras wurde bereits vor Jahren diskutiert, dann aber wieder verworfen informiert die Pressesprecherin der Stadt Forchheim, Brigitte Fuchs. Der Grund: Eine Überwachung sei nur an besonderen Brennpunkten statthaft. Nur wenn Gefahr für Leib und Leben von Passanten bestehe, könne die Dokumentation über den geltenden Datenschutz gestellt werden.
"Hier steckt der Teufel im Detail", erklärt Roland Brütting vom Ordnungsamt. Es sei nicht klar geregelt, ob Mitarbeiter des Ordnungsamtes Zugang zu solchen Daten haben dürften, oder ob die Polizei dafür zuständig wäre. Nach eingehender Diskussion habe sich die Stadt schließlich gegen die Überwachung ausgesprochen. "Selbst beim Annafest kommt die Stadt ohne den Einsatz von Überwachungskameras aus", betont die Pressesprecherin der Stadt.


Malereien beseitigen

Bleibt also nur die Schmierereien zu entfernen. In regelmäßigen Abständen, alle zwei bis drei Jahre, werde die Unterführung frisch getüncht, versichert der Leiter des Bauhofes, Klaus Bartosch. Das sei aber abhängig vom Grad der Verschmutzung und der "Bemalung". Verfassungsfeindliche Kennzeichen würden allerdings unverzüglich entfernt. Andere Schriftzüge oder Zeichnungen werden nur im Rahmen der regelmäßigen Wartung beseitigt.
Was nicht immer ganz einfach ist. "Das kommt immer darauf an, welche Farbe verwendet wurde." Danach richte sich der Zeitaufwand, der notwendig ist, um wieder für ein sauberes Erscheinungsbild der Unterführung zu sorgen. Die aktuellen Schriftzüge werden wohl nicht mehr entfernt, denn die Tage der Unterführung sind gezählt. Ab September wird sie nämlich komplett gesperrt. Die Stadtwerke nutzen die unterirdische Querung der Bahngleise, um Leitungen zu verlegen.
Dann wird der Tunnel verfüllt. Im Zuge des ICE-Ausbaus wird eine neue Unterführung errichtet. Dann wird wohl auch das Graffiti-Problem wieder auftreten. Wie dies in den Griff zu bekommen ist, darüber gebe es Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bahn .