Bei einer kleinen Feierstunde im Haus des Handwerks wurden 26 Handwerker mit dem Goldenen Meisterbrief 2018 der Handwerkskammer für Oberfranken ausgezeichnet. Verliehen wird er all jenen, die mindestens das 65. Lebensjahr erreicht und gleichzeitig mindestens 30 Jahre lang selbstständig ein Handwerk ausgeübt haben.


Harter Wettbewerb

"In all dieser Zeit haben Sie viele Arbeitsplätze geschaffen, den Jugendlichen eine Ausbildung gegeben, viele Steuern, Abgaben und Beiträge bezahlt, die Kirche und Vereine unterstützt und sich um den Staat und die Gemeinschaft verdient gemacht", lobte Kreishandwerksmeister Manfred Amon die Geehrten. Dadurch hätten sie wesentlich dazu beigetragen, dass der Mittelstand - und das Handwerk als ein wichtiger Teil des Mittelstandes - eine besonders staatstragende Säule ist. Deshalb sei es umso wichtiger, dass auch einmal ein Dankeschön an die betroffenen Handwerker für ihre Lebensleistung gerichtet wird.
"Denn die Handwerker müssen einerseits insgesamt irgendwie die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen und stehen dabei in einem harten Wettbewerb mit überregionalen Kollegen, die teilweise wirtschaftlich günstigere Rahmenbedingungen genießen", so der Kreishandwerksmeister weiter. Deshalb dürfe das "regionale Denken" nicht nur ein reines Lippenbekenntnis sein, sondern müsse aktiv gelebt und praktiziert warden.
Auch Matthias Graßmann, Vizepräsident der Handwerkskammer Oberfranken, hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Handwerks hervor: "Als Handwerker steht man doch eher selten im Rampenlicht. Man erledigt seine Arbeit, erfüllt Kundenwünsche gewissenhaft und bildet vielleicht sogar Lehrlinge aus. Und das Ganze tut man in der Regel ohne großes Aufsehen."


Technik und Tradition

Gleichzeitig müsse es den Handwerkern gelingen, den Spagat zwischen traditionellem Handwerk auf der einen Seite und der Anwendung modernster Technik auf der anderen Seite zu bewältigen. Wichtig sei dabei, wie der Handwerkskammervizepräsident betonte, traditionelle Arbeitstechniken des Handwerks, die zum Teil bereits vor dem Aussterben bedroht seien, zu schützen und zu erhalten.
Lobende Worte gab es auch vonseiten des stellvertretenden Landrats Johann Pfister und Bambergs Drittem Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD). Beide betonten, dass das Handwerk für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei. Zudem, so Metzner, hätten die Handwerker einen langen Weg zurückgelegt, der sicher nicht immer eben war, sondern auch über so manche Stolpersteine und Umwege geführt habe. "Doch Sie haben es geschafft, Sie haben mit ihrer Arbeit und ihren Werken überzeugt!", unterstrich Metzner.