Die erste Sitzung nach der Sommerpause begann für den Breitbrunner Gemeinderat mit einem Ortstermin im alten Kellerbruch, in dem die geplante "Erlebniswelt Fränkischer Sandstein" entstehen soll. Bürgermeisterin Ruth Frank erläuterte die Projektpunkte und die Kostenentwicklung. "Hier besteht derzeit eine erhebliche Finanzierungslücke; der im Jahr 2018 beschlossene Eigenanteil von 100 000 Euro wird voraussichtlich nicht zu halten sein."

Diese Finanzierungslücke begründete sie mit einer zusätzlich geforderten Bushaltebucht am Eingangsbereich des Steinbruchs und mit der allgemeinen Kostensteigerung im Baugewerbe. Selbst durch das Aufbringen von teilweise bereits zugesagten Spendengeldern, durch Eigenleistungen und durch das Beantragen von Fördermittelanpassungen werde der Eigenanteil nicht ausreichen, sagte sie. Dennoch werde das Projekt weiter als große Chance für die Entwicklung der Gemeinde als ehemaliges "Steinhauerdorf" gesehen, das die touristische Attraktivität des Orts steigern könne.

Eigenleistungen reichen nicht aus

Im Haushaltsplan sind für die Realisierung der Sandsteinerlebniswelt derzeit Gesamtkosten in Höhe von 1 011 500 Euro geplant gegenüber den veranschlagten Kosten aus dem Jahr 2018 mit 862 364 Euro. Bei der Finanzierung gehe man derzeit von folgenden Förderungen aus: Amt für Landwirtschaft und Entwicklung, Dorferneuerung und Unterfränkische Kulturstiftung für das Jahr 2021 (317 100 Euro, Ile-Lebensregion und Landkreis (40 000 Euro), Ale-Förderung nach Dorferneuerung, unterfränkische Kulturstiftung und Leader als Restförderung im Jahre 2022 (273 800 Euro) sowie Spenden und Zuweisungen mit 24 654 Euro. Da die bereits mündlich zugesagte Baugenehmigung aus dem Landratsamt noch nicht eingetroffen ist, wurde eine Entscheidung, wie das Projekt trotz der Kostensteigerung weiterverfolgt werden kann, vertagt.

Solide Haushaltslage 2020

Im Mittelpunkt stand dann die Beratung des Haushaltsplanes für das Jahr 2020. Kämmerer Jürgen Pfister stellte den Plan vor, der die Gesamtsumme von 3 461 339 Euro umfasst. Die Gemeinde hat im eigenen Haushalt keine Schulden und ist nur außerhalb des Haushaltes an den Gesamtschulden des Hauptschulverbandes Ebelsbach in Höhe von 1 253 949 Euro entsprechend ihrer Schülerzahl mit 161 399 Euro beteiligt.

Die bedeutendsten Ausgaben im Verwaltungshaushalt 2020 sind die Kreisumlage (420 500 Euro), die Kindergartenförderung (280 000 Euro), die VG-Umlage (155 552 Euro) sowie die Personalkosten für den Bauhof (102 000 Euro) und weitere Personalkosten (92 000 Euro), die Umlage Abwasserzweckverband (37 350 Euro), der Grundschulverband (21 650 Euro) und der Hauptschulverband (37 400 Euro), das Gemeindezentrum in Breitbrunn (19 500 Euro), die Straßenbeleuchtung (20 000 Euro) sowie die Regenüberlaufbecken Rudendorf/Zweckverband Lauter (20 000 Euro).

Im Vermögens- oder Investitionsplan stehen für dieses Jahr folgende größere Beträge: Für das Feuerlöschwesen werden 50 500 Euro geplant (Atemschutzgeräte mit 12 000 Euro, Beschaffung Mannschaftstransportwagen mit 30 000 Euro, Dämmung Feuerwehrhaus mit 8500 Euro); für die Sandsteinerlebniswelt 5000 Euro (Grundstückserwerb) und 60 500 Euro (Kanalbau, Strom, Wasser und Planungskosten); für Maßnahmen des Sportvereins (Grundstückskauf, Brunnenbohrung) 10 950 Euro; für den Gehweg zum Friedhof Kottendorf 102 000 Euro; für die Straßenbeleuchtung 33 500 Euro; für die Kindergartensanierung 525 000 Euro; für das Gemeinschaftshaus Kottendorf 150 000 Euro; für die Fassade des Gemeindezentrums und WC-Anlage 42 000 Euro; für die Breitbanderschließung 333 700 Euro. Eine laufende Maßnahme ist die Sanierung des Kindergartens mit insgesamt 773 279 Euro.

Bei den kostenrechnenden Einrichtungen übersteigen die Soll-Ausgaben bei weitem die Einnahmen. Ein Ausgleich wird beim Kanal Breitbrunn nur zu 47 Prozent, beim Kanal Lußberg zu 50 Prozent und bei den Friedhöfen zu 51 Prozent erreicht. Pfister nannte die Haushaltslage solide. Der Etat wurde einstimmig beschlossen.

Weitere Beschlüsse

Einer Bauvoranfrage auf Errichtung einer Halle und von drei Ferienhäusern, Lage "Steingasse", wurde nicht zugestimmt, zumal es sich um eine Bebauung im Außenbereich handeln würde. Eine Privilegierung wurde nicht gesehen. Zudem widerspreche, so hieß es, das Bauvorhaben dem Flächennutzungsplan. Weiter wurde die Erweiterung der Straßenbeleuchtung am Kottendorfer Dorfgemeinschaftshaus um eine weitere Brennstelle (3053 Euro) beschlossen. In der Hofstraße wurde die Einbeziehungssatzung "Rinne" für einen Aufstellungsbeschluss genehmigt unter der Voraussetzung, dass die Eigentümer des Flurgrundstückes die Verfahrenskosten übernehmen. Dem Abschluss einer Zweckvereinbarung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten für Landkreis und die Gemeinden im Kreis wurde zugestimmt.