von unserer Mitarbeiterin Petra Malbrich

Hiltpoltstein — Gegen die Stromtrasse, die auch durch den Landkreis Forchheim führen wird, haben sich die Landkreise Coburg, Lichtenfels, Bamberg und auch Forchheim ausgesprochen. In einer Resolution, die der Kreistag abgesegnet hat, wird dieser Widerstand sachlich begründet.
Nun möchte man die Unterstützung der einzelnen Gemeinden, die dieser Resolution anschließend zustimmen sollen. Dieses Ansinnen wurde in Hiltpoltstein aber knapp abgelehnt. "Die Diskussion ist abstrakt. Man kommt daher, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist", äußerte Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU) seinen Unmut über die Vorgehensweise. Er finde in der schriftlichen Ausführung der Resolution zudem Widersprüche.
So werde mit dem drohenden Landverbrauch argumentiert und zugleich "für jede Autobahn Land zugepflastert".
Hiltpoltsteins Bürgermeisterin Giesela Bauer (BfH) stimmte der Einschätzung zu, dass den regionalen Initiativen die Grundlagen entzogen werden, wenn bei den Biogas- und Photovoltaikanlagen, zu denen die Bürger zunächst ermuntert wurden, die Einspeisevergütung entfalle. Ob die zwei Biogasanlagen, die in Hiltpoltstein derzeit arbeiten, in diesem Fall überhaupt noch gehalten werden können, stellt die Bürgermeisterin infrage.
Aber gerade um die regionale Energiegewinnung zu unterstützen, möchte sie der Resolution zustimmen. "Wenn die Stromtrasse steht, sind Biogas und Photovoltaik obsolet", sagt Bauer. Dass an dieser Trasse nichts mehr geändert werden kann, ist allen Gemeinderäten allerdings klar, weshalb viele ihren Unmut gegen die Resolution zu dem jetzigen Zeitpunkt Luft machen.


"Was bringt es?"

Auch Dritte Bürgermeisterin Gisela Geldner (FW) betrachtete die Diskussion als überflüssig. Hiltpoltstein sei schließlich nicht betroffen. "Was bringt es dem Landkreis, wenn wir uns anschließen und man im Nachhinein von den Gemeinden Unterstützung möchte? Die Resolution ist nicht in zwei Wochen entstanden!", empört sich Geldner, die sich bei Coburg vor Ort ein Bild der großen Stromtrassen gemacht hat. "Die sind schon gebaut", sagte Geldner. Dass sich die Diskussion um zwei verschiedene Probleme drehe, fand Sebastian Heinze (BfH).
Da aber in der Resolution nichts Falsches stehe, betrachtete Heinze diese als unterm Strich dann doch unterstützenswert. Dennoch lehnte es der Hiltpoltsteiner Marktgemeinderat am Ende der Diskussion knapp ab, diese Resolution der Landkreise zu unterstützen.