Die Liste der Freien Wähler Meeder für die Kommunalwahl im nächsten Jahr wurde bei der Aufstellungsversammlung im Sportheim einstimmig gewählt. Bernd Dreßel, Vorsitzender des Ortsverbandes, freute sich über den Mix aus erfahrenen und jungen Kandidaten.

Immerhin 16 Bewerber standen auf dem Abstimmungszettel, doch keiner davon benötigte mehr als zwei Minuten, um sich selbst vorzustellen beziehungsweise seine Motivation zu begründen. Die 22 wahlberechtigten Mitglieder des Ortsverbandes gaben grünes Licht und wählten die Liste einstimmig. So verlief die öffentliche Nominierungsveranstaltung reibungslos.

Noch kein Bürgermeisterkandidat

Einzig beim Punkt "Bürgermeisterkandidat" konnte sich Wahlleiter und Ehrengast Christian Gunsenheimer einen kleinen Verbalangriff auf die ebenfalls anwesenden CSU-Gemeinderäte Tobias Bauersachs und Matthias Korn nicht verkneifen: "Damit die Kollegen der CSU heute Nacht ruhig schlafen können, bestimmen wir vorerst keinen Bürgermeisterkandidaten."

Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Rathaus ist bis zum 23. Januar 2020 möglich. "Bis dahin werden wir uns öffentlich nicht zu dieser Position äußern", stellte FW-Ortsverbandsvorsitzender Dreßel auf Nachfrage klar.

Mit der Zusammenstellung der Kandidatenliste für den neuen Gemeinderat zeigte sich der scheidende Zweite Bürgermeister der Gemeinde Meeder sehr zufrieden. Besonders interessant seien neben den aktuellen FW-Gemeinderäten Norbert Gleichmann und Philipp Welsch die Personalien Andreas Grambs, der vormals für die CSU auf Stimmenfang ging, sowie die beiden Ex-SPDler Andreas Heller und Gerald Göhring.

Letzterer ist Dritter Bürgermeister von Meeder und möchte sich auch in der nächsten Wahlperiode für die Belange der Gemeinde einsetzen. Er wolle seine Erfahrung nutzen, um Jüngere zu unterstützen und Projekte zu meistern, sagte Göhring.

Heller gewährt tiefe Einblicke

Gemeinderat Andreas Heller machte bei seiner Vorstellung deutlich, warum er sich für die Freien Wähler anstatt die SPD entschieden hat: "Ich habe Gemeindepolitik so kennengelernt, dass man sich gemeinsam abstimmt, und nicht, dass man sich gegenseitig Schaden zufügt."

Nicht nur durch die Neugewinnung dieser drei Kandidaten ist der Ortsverband laut Bernd Dreßel gut gerüstet für die anstehende Wahl. Besonders freue er sich über die bunte Mischung aus erfahrenen und hungrigen Kandidaten. Durch diese Liste sei fähigen Leuten die Plattform geboten, Visionen zu verwirklichen, meinte der Vorsitzende. Ins gleiche Horn blies auch Christian Gunsenheimer: "Ich bitte euch, habt Spaß! Der Wettbewerb eines Wahlkampfs ist ein Privileg und damit auch der große Reiz der Kommunalpolitik", appellierte der Stellvertreter des Landrats an die Kandidaten.

"Kläranlage Herausforderung"

Im Anschluss an die offizielle Bestätigung der Kandidatenliste durch die Freien Wähler fand sich auch die Zeit für eine öffentliche Fragerunde. Dabei entwickelte sich eine Diskussion zum Ausbau der Kreisstraße CO 17 zwischen Meeder und Kleinwalbur. Hierzu stellte Gunsenheimer klar: "Der Landkreis hat die Mittel und den Willen dazu, aber es wird Grund benötigt. Ohne eine Einigung mit den Besitzern passiert nichts."

Als größte Herausforderung für den künftigen Gemeinderat erachtete Dreßel die geplante Kläranlage, die vom aktuellen Gemeinderat nun zur Ausschreibung freigegeben worden sei. "Diese wird zwar Strom zur Abdeckung des Eigenbedarfs erzeugen, aber vorher eben auch rund fünf Millionen Euro Baukosten verschlingen", sagte Dreßel.

Auch das Thema "Seniorenförderung" kam im Publikum auf. Dreßel wies diesbezüglich auf das Wahlmotto der Freien Wähler hin: "Lebensqualität für Jung und Alt nachhaltig stärken." Hier gelte es, Lösungen zu finden, wie etwa Mehrgenerationenhäuser.

"Werden noch besser!"

Einen kleinen Schlachtruf für den baldigen Wahlkampf hatte Schriftführerin und ebenfalls nominierte Kandidatin Petra Rüger bei ihrer Vorstellung parat: "Die Freien Wähler sind gut, waren gut und werden noch besser !" Christian Dreßel