Zum Artikel "Mehr Platz fürs Antla", FT vom 21. Juli:

Wenn es ums Bier geht und speziell ums Kronacher Bier, muss ich mich als Stadtvogt zu Wort melden. Insbesondere dann, wenn es um einen Bierstandort geht, der sich im Herzstück Kronachs befindet.
Bernd Holzmann hat mit seinen bisherigen Investitionen in der Oberen Stadt deren Infrastruktur überaus positiv beeinflusst und speziell die Amtsgerichtsstraße, sie verbindet das I. und II. Viertel, enorm aufgewertet. Kronach erhielt durch seinen unternehmerischen Mut ein Hotel, das auch den Bedürfnissen anspruchsvoller Besucher gerecht wird. Der Erweiterungsbau seines Hotels, den er ensemblegerecht umgesetzt hat, zielt ebenfalls auf diese Klientel ab.
Wenn er nun für seine Hausbrauerei die Kapazitäten vergrößern möchte und dafür in unmittelbarer Nachbarschaft eine passende Immobilie gefunden hat, ist das grundsätzlich positiv zu beurteilen. Zudem das Gebäude nebenan dem Kastner Richard Chalupa gehört, dessen Räumlichkeiten, besonders die Kelleranlage, eine interessante Ergänzung sein könnten. Eine Entscheidung, das Bier in Stockheim oder in Küps zu brauen, ist insofern nicht akzeptabel, da beide Ortschaften weder Brau-tradition noch ein Privileg für das Brauen besitzen.
Zudem gehört zur Herstellung und dem Genuss eines Bieres die richtige Umgebung und Atmosphäre, die in einem historischen Stadtkern weitaus mehr vorhanden sind als in einem monotonen Industriegebiet. Die Ansiedlung in einer Industriebrache wird auch durch die Bezeichnung "Biermanufaktur" kaum aufgewertet werden können. Ein solches Beispiel kann man in Breitengüßbach besichtigen. Wie es auch sei, meine Viertelmeister erhalten von mir die strikte Anweisung, sich für den Brauereistandort Obere Stadt "craftvoll" einzusetzen.
Hans Götz
Kronach