Der Wasserpreis in Weilersbach steigt zum 1. Juli von bisher 1,48 Euro je Kubikmeter und einem Grundpreis von 24 Euro auf 1,83 Euro und einen Grundpreis von 36 Euro pro Jahr. Mit neun gegen die sechs Stimmen der Bürgerrechtsfraktion beschloss dies der Gemeinderat am Ende einer dreistündigen Sondersitzung zum komplexen Themenbereich Wasser.

Der Wasserpreis von 1,48 Euro galt seit 2015. Seither hat sich ein Fehlbetrag von etwa 200 000 Euro angehäuft – durch Investitionen und Kosten des laufenden Betriebs. Fünf Mannstunden täglich ist der Bauhof mit Aufgaben für die Trinkwasserversorgung beschäftigt. Ein großer Teil davon sind regelmäßige Prüfungen der Quellschüttungen und der Wasserqualität . Seit 2015 wurden keine Herstellungsbescheide ausgegeben, wie sie beispielsweise bei der Errichtung des Tiefbrunnens im Wiesenttal zur Sicherung der Wassermengen fällig waren. Der Fehlbetrag soll durch die Neukalkulation aufgefangen werden, denn die Wasserversorgung und damit der Preis ist nach den realen Kosten zu berechnen.

Nicht teurer als die Nachbarn

„Ohne Zuschüsse läge der Preis bei 2,65 Euro“, teilte Bürgermeister Marco Friepes ( CSU ) mit. Beim Vergleich mit Nachbargemeinden liegt Weilersbach auch nach der Erhöhung im mittleren Bereich. Rund 20 Euro im Jahr wird also jeder Weilersbacher mehr für seinen Wasserverbrauch aufwenden müssen. In Mineralwasser, das man bei der guten Wasserqualität in Weilersbach gar nicht braucht, oder gar in Bier umgerechnet, wären das so um die 50 Flaschen.

Da seit 2020 viele neue Mitglieder im Gemeinderat sitzen, wollte Friepes das Thema Wasser, das die Gemeinde schon seit der Jahrtausendwende bewegt, einmal in Gänze vorstellen lassen. Pandemiebedingt musste die angedachte Sondersitzung bis jetzt verschoben werden. Das Ziel der Weilersbacher Investitionen war immer, so Friepes, die Eigenständigkeit der Wasserversorgung zu erhalten. „Sie ist Gold wert“, urteilte er im Rückblick.

Kooperation mit den Stadtwerken

Seit 2015 hat Weilersbach mit den Stadtwerken Ebermannstadt – wie auch andere Gemeinden – einen Kooperationsvertrag der Wasserwarte. Deren Mitarbeiter unterstützen die beiden Weilersbacher Wasserwarte Detlef Ruppert und Andreas Lang . Nicht zuletzt, weil die Prüfpflichten für Wasser fortlaufend erhöht wurden. Michael Riemann und Florian Riedel von den Stadtwerken stellten dem Rat die komplexen und stetig wachsenden Aufgaben der Wasserwarte vor.

Ein Teil davon rührt von der hohen Belastung der Quellen durch den Klimawandel her. Unter Umständen wirkt es sich auch auf die Entnahmemengen aus den zwölf Quellen und dem einen Tiefbrunnen des Gemeindegebiets aus. Für die Brauereiquelle und den Tiefbrunnen müssen noch in diesem Jahr neue Anträge beim Wasserwirtschaftsamt gestellt werden. Die anderen gehobenen Wasserrechte sind auch noch in diesem Jahrzehnt zu erneuern.

Leitungsnetz wird digital erfasst

Als neueste Aufgabe, so der einstimmige Ratsbeschluss, übernehmen die Ebermannstadter den Aufbau und die Pflege eines digitalen Infosystems für das Leitungsnetz. In einer Datenbank ist eine vollständige Netzkarte mit GPS-Daten aufgebaut, hinter jedem Einzelpunkt wie einem Schieber werden dessen genaue Daten hinterlegt. Auf sie haben die Wasserwarte, die Feuerwehr, aber auch die Verwaltung Zugriff. Denn laut Verwaltungsmitarbeiter Bernd Gebhardt gibt es fast täglich bei ihm Anfragen von Firmen, die Bauarbeiten durchführen sollen, nach genauen Leitungsverläufen und Ähnlichem.

Es kann auf die Daten der hydraulischen Berechnungen zurückgegriffen werden, die für den Leitungsneubau in der Weißenbacher Straße gemacht wurden, teilte Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther dem Rat mit. In diesem Straßenzug verläuft nämlich die Verbindungsleitung vom Wasserwerk Weilersbach zum Hochbehälter Oberweilersbach. Als Lizenzgebühren fallen für Weilersbach jährlich 1200 Euro an sowie die Stunden, die die Stadtwerkemitarbeiter für Weilersbach aufwenden.

Ebenso einstimmig beschloss man, die Hauptwartung für die Ultrafiltrationsanlage zur Wasseraufbereitung durch eine spezialisierte Firma durchführen zu lassen, nachdem die Anlage nun schon seit 2011 in Betrieb ist. Das kostet im Jahr 3700 Euro.

Löschwasser am Sportplatz

Weilersbach hat über die Zeit schon viel für die Wasserversorgung investiert. Größte Aufgabe war nach der Wassernot im Jahr 2003 das Bohren des Tiefbrunnens, erläuterte Brust. Auch 2500 Meter alte Leitungen in einem Netz von 22 Kilometern wurden ausgetauscht und mehrere Löschwasserbehälter gebaut. Noch offen sind nach Angaben des Ingenieurs 5000 Meter Leitungswechsel und der Bau zweier Löschwasserbehälter im Sportplatzbereich und am Anger. Sie sind notwendig, damit die Hochbehälter und das Leitungsnetz einen Notfalleinsatz verkraften. Angegangen werden muss in den nächsten Jahren auch die Sanierung der drei Hochbehälter, die aus den 60er Jahren stammen. Wie beim Tiefbrunnen wird man Wirtschaftlichkeitsberechnungen anstellen, ob es bei drei Hochbehältern bleibt oder für den Hauptort ein größerer gebaut wird.