Staunen über neue Räume

2 Min
Die Rätinnen und Räte stehen einem neu eingerichtetem Hortraum. Rechts mit Fingerzeig Bürgermeister Wolfgang Höger.Thomas Weichert
Die Rätinnen und Räte stehen einem neu eingerichtetem Hortraum. Rechts mit Fingerzeig Bürgermeister Wolfgang Höger.Thomas Weichert
Auch die Einrichtung im Bistro ist neu. Einrichtungsleiter Axel Berger und seine Stellvertreterin Tanja Rail sitzen Probe.
Auch die Einrichtung im Bistro ist neu. Einrichtungsleiter Axel Berger und seine Stellvertreterin Tanja Rail sitzen Probe.
 

Im modernisierten Kinderhaus „Schatzinsel“ Kleinsendelbach sind Zusatzarbeiten notwendig

Für den Gemeinderat Kleinsendelbach stand die Besichtigung des gemeindlichen Kinderhauses „Zur Schatzinsel“ Kleinsendelbach an. Dort laufen derzeit zahlreiche Sanierungen und Erneuerungen oder sind schon abgeschlossen, von denen sich die Kommunalpolitiker ein eigenes Bild machen wollten.

Der Einrichtungsleiter Axel Berger und die Leiterin der Schildkröten-Gruppe, Tanja Rail, führten die Ratsmitglieder durch die neu gestalteten und modernisierten Räume. Die Neuerungen hinterließen tiefen Eindruck. Wie Bürgermeister Wolfgang Höger im Anschluss sichtlich zufrieden in der Gemeinderatssitzung im Rathaussaal berichtete, sei ein „positives Raunen, fast schon ein Staunen“ durch das Ratsgremium gegangen.

Mängel im Altbau

Dass der Weg bis hierher kein leichter war, zeigten die Berichte über den Verlauf der Arbeiten. Im Zuge der Ausführung stellte sich schnell heraus, dass der Zustand des Bestandsgebäudes den Handwerkern und Planern einiges abverlangte. Es traten den Angaben zufolge umfangreiche zusätzliche Arbeiten zutage, die im Vorfeld so nicht erkennbar gewesen waren. So mussten deutlich mehr Fehl- und Schadstellen an den Wandflächen ausgebessert werden als zunächst angenommen.

Zudem war die Liste der Mängelbeseitigung lang: Türzargen und Einbauschränke mussten neu lackiert, Heizkörper ausgetauscht und Wasserleitungen teilweise komplett erneuert oder stillgelegt werden. Auch im technischen Bereich gab es Mehrarbeit: Überarbeitungen der Elektroinstallation waren ebenso erforderlich wie der Austausch der gesamten Beleuchtung in den Fluren.

Nicht aufzuschieben

Aufschieben konnte Bürgermeister Höger diese Maßnahmen jedoch keinesfalls, da ansonsten der wichtige Wiedereröffnungstermin zum Schuljahresbeginn akut gefährdet gewesen wäre. Zumindest eine konkrete Neuerung segnete der Rat bereits offiziell ab: Für rund 4300 Euro wurde der Einbau einer Schallschutzdecke im Flur des Untergeschosses genehmigt. Ob im Flur des Obergeschosses auch noch so eine Schallschutzdecke erforderlich ist, wird sich erst noch zeigen. Diese unvorhergesehenen Zusatzarbeiten hinterlassen jedoch deutliche Spuren in der Gemeindekasse. Gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung von 70.000 Euro geht man inzwischen von geschätzten 130.000 Euro aus.

Eine abschließende Bezifferung der Gesamtkosten sei zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings noch nicht möglich, da einzelne Arbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen seien und somit auch keine Schlussrechnungen vorlägen. Auch die genaue Höhe der zu erwartenden Fördermittel stehe noch in den Sternen. Man wolle aber die Höchstfördermittelsumme ausschöpfen.

Bürgermeister Höger wurde vom Rat zwar ermächtigt, die weiteren Maßnahmen bis zur Höchstsumme der Gesamtkosten von 130.000 Euro zu beauftragen – jede weitere Kostensteigerung muss jedoch vom Rat neu legitimiert werden. Ob der aktuelle Finanzrahmen ausreichen wird, ist fraglich.

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist das bestehende Brandschutzkonzept. Aktuell besuchen 70 Kinder die Einrichtung, die Gemeinde hat jedoch einen Antrag gestellt, die Kapazität auf 102 Plätze zu erhöhen. Das Landratsamt Forchheim prüft daher im laufenden Verfahren, ob eine komplett neue Brandschutzordnung gefordert wird, was weitere Nachbesserungen und Kosten nach sich ziehen könnte.

Neues Mobiliar

Ergänzend zu den baulichen und technischen Maßnahmen wurde für die Horträume der Grundschulkinder und für das Bistro bedarfsgerechtes neues Mobiliar angeschafft. Auch die Bastelecke wurde neu eingerichtet.

Doch auch hier lief nicht alles glatt: Die beauftragte Firma lieferte die Möbel im Vorfeld falsch, sodass alles noch einmal aufwendig ausgetauscht werden musste. Wegen dieser erheblichen Verzögerung will der Gemeinderat nun hart bleiben und einen Preisnachlass bei dem Unternehmen erwirken.

Trotz der finanziellen Hürden zeigten sich die Verantwortlichen zuversichtlich. Die Investitionen in die Zukunft und den Ausbau der Kinderbetreuung in Kleinsendelbach sind demnach trotz aller Unwägbarkeiten auf einem guten Weg.

Am 10. Oktober können sich die Bürger beim Tag der offenen Tür von den Neuerungen überzeugen.