Einmal im Jahr geht das Haus Marteau auf Reisen. Junge Künstler, die in der Internationalen Musikbegegnungsstätte in Lichtenberg einen Meisterkurs besuchen, zeigten ihr Können – unter anderem auch in Forchheim .
In diesem Jahr ist eine der Nachwuchskünstlerinnen die erst 15-jährige Violinistin Estelle Presler aus Bönigen im Berner Oberland. Sie wird angeleitet von Prof. Philip A. Draganov aus Bern, der auch das Konzert moderierte. Wir haben der Musikerin aus der Schweiz einige Fragen stellen können.
Frau Presler, wie sind Sie denn überhaupt zur Musik gekommen?
Estelle Presler: Soweit ich mich erinnern kann, besuchte ich einmal ein Geigenbauatelier. Als ich dort zum ersten Mal die Klänge einer Violine hörte, wusste ich sofort, dass dies das Instrument ist, das ich spielen werde. Die Entscheidung zugunsten der Violine fiel, weil mich ihre außergewöhnliche Klangvielfalt von Anfang an inspirierte. Ich selbst spiele eine Violine aus Italien von 1734, weil mich ihr warmer, ausdrucksstarker Klang und ihre historische Ausstrahlung faszinieren.
Welche Geiger zählen zu Ihren Vorbildern?
An Itzhak Perlman bewundere ich seine Lockerheit, seine hohe Virtuosität, seinen musikalischen Ausdruck, seine technische Meisterschaft und die Reife seiner Interpretationen. David Oistrach beeindruckt mich durch seine musikalische Autorität, seine vorbildliche Haltung und die Kraft, Tiefe und den Ernst, den jede seiner Phrasen trägt.
Wer hat denn Ihr Talent entdeckt und gefördert?