Marion Krüger-Hundrup

Alfred Hierold wollte "weder eine Begräbnisrede noch eine Heiligsprechung" anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums. Sein priesterlicher Freund Professor Salvatore Loiero (Fribourg) hielt sich denn auch an diesen Wunsch und legte in seiner Predigt nahezu ausschließlich das Sonntagsevangelium aus.
Nur zum Schluss wagte der Prediger eine persönliche Anmerkung: "Du bist einer der seltenen Menschen auch in der Kirche, für die Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit keine Attitüde ist", sagte Loiero zum Jubilar. Es sei ein "wirklicher Freudentag, für solche Priesterberufungen lohnt es sich zu danken", fügte er hinzu. Und eine große Festgemeinde in der Friesener Filialkirche "Maria vom Guten Rat" nickte zustimmend.
Der 75-jährige Hierold, viele Jahre lang Professor für Kirchenrecht, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät und Rektor der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, leistet seit über 30 Jahren seelsorglichen Dienst in Friesen bei Hirschaid. Jeden Sonntag und an Feiertagen zelebriert er die Messe, übernimmt Hochzeiten und Beerdigungen. Ohne irgendwelche Titel wie Pfarrer oder Pfarradministrator. Darauf hat ein wohl auf Hierolds Ansehen in dem kleinen Ort eifersüchtiger Mitbruder einmal energisch hingewiesen. Was die Friesenerin Monika Saffer prompt parierte: "Alfred Hierold ist der Erzbischof von Friesen!", hielt die vielfach engagierte Ehrenamtliche dem verblüfften Neidhammel entgegen. Hierold revanchierte sich bei Monika Saffer und ernannte sie zu "Frau Kaplan".
Anekdoten wie diese ranken sich um den humorvollen und bodenständigen Jubilar, der sich selbst als einen "glücklichen Priester und Pensionisten" bezeichnet. Bei "Pensionist" muss Hierold lachen. Denn richtiger Ruheständler ist er nach wie vor nicht. Noch immer lehrt er als Ordentlicher Professor das Kanonische Recht an der Päpstlichen Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz. Darüber hinaus ist er Mitglied in diversen akademischen Gremien und aktiv in verschiedenen Verbänden und Vereinen. So war es ihm ein Herzensanliegen, in diesem Festgottesdienst in Friesen "Gott zu danken für seine Fügung, dass ich Priester geworden bin und seit fünfzig Jahren meinen Dienst ohne gesundheitliche Probleme leisten kann".
Die Blaskapelle Friesen, Vereinsvertreter mit ihren Fahnen und Bannern, eine Delegation der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Fredericia Bamberg, Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Kommunionkinder, Ministranten: Sie alle hatten einen langen Zug in der Kirchenparade. gebildet. Mittendrin der Jubilar und Professor Loiero, der frühere Bamberger Dekan Josef Eckert, Domkapitular Heinrich Hohl als letzter Doktorand Hierolds sowie Pfarrer i.R. Wolfgang Schwarz (Fribourg) und ein Ständiger Diakon.
Nach dem Dankgottesdienst stärkten sich alle bei Speis und Trank im Festzelt neben der Kirche. Und zwar auf Spendenbasis. Auf Wunsch von Professor Hierold soll der Reinerlös dem Hilfswerk "Kirche in Not" zugute kommen, das Christen im Irak beim Wiederaufbau unterstützt.
Alfred Hierold wurde am 29. Juni 1967 vom damaligen Regensburger Bischof Rudolf Graber zum Priester geweiht. Diesem Ereignis, das sich nun zum 50. Mal jährt, gedenkt der Jubilar auch in seiner oberpfälzischen Heimatgemeinde Moosbach. Dort wird er mit einem Weihekurskollegen zusammen den Festgottesdienst feiern. Außerdem lädt Erzbischof Ludwig Schick - wie jedes Jahr - alle Priesterjubilare des Erzbistums Bamberg zu einem Pontifikalamt und zur Begegnung nach Vierzehnheiligen ein.