von unserem Mitarbeiter 
Stephan herbert fuchs

Rugendorf — Die Energie muss in der richtigen Form zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein - das ist für Gerhard Kleineidam vom Energieversorger Stadtwerke Wunsiedel (SWW) die zentrale Herausforderung der Energiewende. Bei einer Veranstaltung des Informationsbüros E-Business-Lotse im Neubau der Firma Münch-Energie in Rugendorf zur Energiewende nannte es Kleineidam eine technische Herausforderung, eine sichere Energieversorgung zuverlässig bereitzustellen.
Möglich sei dies allemal, sagte er und sprach von miteinander verbundenen, intelligenten Energiesystemen (Smart Grids). Dabei gehe es um die Vernetzung und Steuerung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Strom in den Übertragungs- und Verteilungsnetzen. Ziel müsse immer die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs sein.
Lohnenswert sei der Umstieg schon jetzt, so Stefan Müller-Gei vom Sägewerk Müller-Gei in Wallenfels im Nachbarlandkreis Kronach. Er ist ein typischer Mittelständler mit 20 Mitarbeitern, die das Holz aus dem Frankenwald zu Bauholz, Dachlatten, Holzhandelsware und Verpackungsholz verarbeiten. "Es gibt genügend Einsparpotential für Energie", so Müller-Gei. Man müsse sich allerdings schon intensiv damit befassen, und gerade dazu fehle vielen Mittelständlern schlicht und einfach die Zeit. Das Sägewerk gewinne mittlerweile zwei Drittel seines Strombedarfs selbst.
Mario Münch, Geschäftsführer und Gründer von Münch Energie, rechnete vor, dass ein mittelständisches Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zehn Millionen und 3,4 Prozent Energiekosten davon pro Jahr 128 000 Euro einsparen könne, wenn es vom Strom aus dem Netz auf selbst erzeugten Strom umsteigt. Münchs Rechnung liegt zugrunde, dass Strom aus dem Netz heute aktuell 18 Cent pro Kilowattstunde kostet, während selbst erzeugter Strom bei sieben Cent im Schnitt liegt. Ist erst einmal die Investition abbezahlt, dann koste der Strom praktisch gar nichts mehr.
Münch-Energie gilt als einer der größten dezentralen Energieversorger Deutschlands und zugleich einer der größten Installateure im Bereich der erneuerbaren Energien.
Erneuerbare Energien hätten schon längst nichts mehr mit Umweltschutz zu tun, sondern seien eine blanke Notwendigkeit, sagte Georg Jung vom Institut für Informationssysteme an der Hochschule Hof. Er ist Projektpartner des Programms E-Business-Lotsen, das zum Ziel hat, kleine und mittlere Unternehmen auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten und ihnen den Einstieg zu erleichtern. Nicht nur das Image, auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens hänge entscheidend davon ab, wie auf die Energiewende reagiert wird, deshalb möchten die E-Business-Lotsen über die Energiewende informieren.