von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Ahorn — Die Stadtwerke Neustadt, Coburg und Rödental möchten laut Martin Finzel, Vorsitzender der Initiative Rodachtal (IA), im Oktober dieses Jahres ein gemeinsames Konzept zum Thema "Elektromobilität" entwickeln. Das Thema ist ein Bestandteil des integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) der IA Rodachtal.
Bei der Umsetzung geht es Finzel um Nachhaltigkeit. Diese, sagt er, könne nur erreicht werden, wenn viele Partner an einem Strang ziehen. Finzel erklärte dazu: "Da eine Mobilitätslösung an keiner Landkreis- beziehungsweise Bundesländergrenze endet, sollte auch hier, im ländlich-peripheren Raum, vernetzt gedacht werden." Schwierig werde die Realisierung hingegen, wenn jede Kommune versuche ihr eigenes Süppchen zu kochen.
Die Firma E-Wald bietet als bayerisches Forschungsprojekt eine innovative Struktur von Ladesäulen sowie Steuerungs- und Kommunikationskonzepte im ostbayerischen Raum an, mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro und einer Fläche von mehr als 15 000 Quadratmetern.
Laut dem Vertriebsleiter Franz-Josef Gotzler sind die Bürger sehr interessiert an dieser umweltfreundlichen Variante des Autofahrens. "Es wird von der Bevölkerung gut angenommen." Das Unternehmen sei im Jahr 2012 mit 12 E-Fahrzeugen im Bayerischen Wald gestartet. Der Durchbruch sei nach einem Hochwasser im Jahr 2013 gelungen.
Damals wurden den Bürgern laut Gotzler 100 E-Fahrzeuge als Ersatz für die hochwassergeschädigten Autos zur Verfügung gestellt. "Damit war das E-Auto sichtbar und das Interesse war geweckt."
Heute seien es 280 Fahrzeuge, die durch Firma E-Wald vermietet werden, die Vermietungsquote liege bei 90 bis 95 Prozent. Das funktioniert auf verschiedene Arten, beispielsweise könnte sich die Kommune ein Auto mit Bürgern teilen. Das heißt, bei einer schlechten Busanbindung könnte das kommunale E-Auto von den Bürgern mitgenutzt werden, als eine Art Bürgerauto. Eine weitere Idee sind nachbarschaftliche Zusammenschlüsse. "Zehn Familien teilen sich beispielsweise ein Fahrzeug, um das Zweitauto einzusparen," so Gotzler.
Kooperationen gibt es zwischen Firmen und Pendlern oder Unternehmen untereinander. In den Kommunen müssen die Stadtwerke einen kostenlosen Standort für die Ladesäulen und die Systemtauglichkeit und Ladetechnik zur Verfügung stellen. Bereits vorhandene Ladesäulen können demnach in das System eingebunden werden. Sinnvoll sei der Einsatz aber nur, wenn sich ein Netzwerk gründe. Ebenso wichtig seien Sponsoren, die für diese Idee gewonnen werden müssten, so Gotzler. Die IA Rodachtal bietet laut Finzel die Plattform für diese Aufgaben.