52 Jahre. So lange ist es her, dass in Baunach zuletzt ein Primizgottesdienst stattfand Nun feierte der Baunacher Bertram Ziegler, der am 10. Oktober 2020 im Dom zu Würzburg zum Priester geweiht worden war, am Sonntag in seiner Heimat die Primiz. In einer besonderen Zeit kam auch besondere Technik zum Einsatz, damit möglichst viele die Feierlichkeiten verfolgen konnten.

Moderne Technik kann ein Segen sein. Das zeigte sich ganz deutlich bei der Primizfeier von Bertram Ziegler in Baunach. Denn in die Pfarrkirche St. Oswald durften lediglich einige geladene Gäste, am Ende versammelten sich nur wenig mehr als 50 Personen im Gotteshaus. Alle anderen hatten aber ebenfalls eine tolle Möglichkeit, dem fast zweistündigen Primizgottesdienst beizuwohnen: Per Livestream wurde er auf eine große Leinwand auf dem Marktplatz übertragen - und auch im Internet war es möglich, beim Videoportal Youtube jederzeit live dabei zu sein.

Natürlich wäre es auch denkbar gewesen, die Feierlichkeiten zu verschieben. Neupriester Bertram Ziegler brachte aber auf den Punkt, warum er das nicht wollte: "Niemand kann sagen, wann die Situation mit Corona sich ändert." Und daher habe er sich am Lied der Kölner Band "Die Höhner" orientiert, die einst sangen: "Wenn nicht jetzt, wann dann ..." Vieles komme im Leben anders als geplant. "Es gibt keine richtige Zeit, wir müssen die Zeit zur richtigen machen."

Bereits am Samstagabend war Bertram Ziegler in Baunach empfangen worden, auch Landrat Johann Kalb (CSU) weilte unter den Gästen. Am Sonntagvormittag stand dann der Primizgottesdienst auf dem Programm. Sehr eindringlich predigte Ulrich Fistill, Prodekan an der Philosophisch-theologischen Hochschule Brixen in Südtirol.

"Gottes Wort ist nicht immer schön und nett, es fordert uns manchmal heraus." Bei einer Primiz komme natürlich besonders die Frage auf, welche Rolle der Priester überhaupt spiele. Es sei die des Dieners. "Eine schöne Aufgabe, denn er überbringt die Einladung Gottes." Dabei müssten wir uns damit arrangieren, dass auch lästige und vielleicht sogar unsympathische Menschen eingeladen würden. Wichtig sei, dass es aber nicht die Aufgabe der Diener sei, es allen recht machen zu müssen, sondern vielmehr, das Richtige tun. "Vor lauter Geschäftigkeit dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir mit unseren Mitchristen im gleichen Boot sitzen."

Bürgermeister gratuliert

Auch Bürgermeister Tobias Roppelt überbrachte Glückwünsche. "Ich habe Respekt dafür, dass du das Wir vor das Ich stellst und eine solche Aufgabe übernimmst", so Roppelt.

Am Nachmittag fand dann der dritte Teil des Primizwochenendes statt: eine Vesper in der Kirche, live übertragen auf den Kirchplatz. Auch hier spielte das Wetter mit, so dass es vielen Gläubigen möglich war, teilzunehmen.