Die Komplizen hatte das Landgericht Bamberg im Februar 2020 zu Haftstrafen zwischen sechs und knapp drei Jahren verurteilt. Nun traf es ein drittes Bandenmitglied: Der 33-jährige Rumäne muss für zwei Einbrüche in eine Tankstelle in Scheßlitz und einen Elektrofachmarkt in Grafenwöhr im März 2019 zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter.

Sie kommen stets in der Nacht. Ihre Ziele haben sie zuvor genau ausgespäht. In Scheßlitz ist es eine Tankstelle, bei der ein Komplize ein Loch in die Wellblech-Fassade flext. Rund 1500 Euro wird es den Pächter kosten, den Schaden wieder in Ordnung bringen zu lassen.

Der Angeklagte und sein Kollege packen Zigarettenschachteln und -stangen in mitgebrachte Pop-up-Behälter, die sonst für Gartenabfälle benutzt werden. Als die bis oben hin gefüllten Faltsäcke eingeladen sind, kommt die Bande wieder zurück. So geht das immer weiter, bis eine Polizeistreife die Einbrecher verscheucht.

Damit die Rumänen-Bande nicht entdeckt wird, hat einer von ihnen aus sicherer Entfernung das Gelände im Blick und ein Funkgerät zur Hand. Ihre Flucht mit der Beute von fast 3000 Euro führt sie nach Geiselwind, wo sie sich in einem Hotel einquartiert haben. Da liegt die Beute bereits sicher gebunkert in einem Waldstück unter der Erde. Von "hoher krimineller Energie" und "professionell vorbereiteten und ausgeführten Taten" sprach nun Richter Manfred Schmidt.

DNS-Spuren verraten Täter

Drei Tage nach dem Fischzug in Scheßlitz fahren die Täter, die sich seit ihrer Schulzeit in Bukarest kennen, mit dem Wagen des Angeklagten in die Oberpfalz. In Grafenwöhr haben sie ein Lotto-Geschäft und einen Elektro-Fachmarkt im Auge. Wieder geht es um Zigaretten und losen Tabak. Diesmal hebeln die Täter ein Fenster auf und nehmen Glimmstengel und Kraut für mehr als 2600 Euro mit.

Deutlich lukrativer aber ist der Einstieg in den Elektro-Fachmarkt. Schließlich warten hinter den Schaufenstern Mobiltelefone für mehr als 10 000 Euro, die man später weiterverkaufen kann. Ein zufällig gerade an die Fassade geschraubtes Baugerüst kommt ihnen beim Einbruch zugute. Ihre Handschuhe verhindern verwertbare Fingerabdrücke, ihre Vermummung erschwert die Identifikation auf den Aufzeichnungen der Überwachungskameras.

Doch nicht alle Spuren lassen sich vermeiden. So führt ein DNS-Treffer an einem aufgebogenen Blech zum Angeklagten.

Während man seine "Arbeitskollegen" nach einem weiteren Einbruch in einen Elektro-Fachmarkt in Burgebrach quasi "auf frischer Tat" fassen kann, kann der daran nicht beteiligte Angeklagte nach Spanien entkommen. Erst im März 2020 wird man seiner mittels eines europäischen Haftbefehls habhaft.

Dass er noch "günstig" aus dem Prozess kam, lag an seinem Geständnis, den fehlenden Vorstrafen und der Tatsache, dass der Angeklagte keinen Cent seines Anteils an der Beute bekommen hat.