Vier Pädagogen für 16 Schüler - "das klingt exklusiv, und tatsächlich sind wir auch eine Privatschule", erklärt Schulleiterin Claudia Bordfeldt den Status der Förderschule in Stadtsteinach. Die "Grundschule zur Erziehungshilfe" ist dennoch keine Einrichtung für die oberen Zehntausend im Landkreis Kulmbach.

Ganz im Gegenteil. Unterrichtet werden Kinder mit normaler Intelligenz, aber sozial-emotionalem Nachholbedarf - in Stadtsteinach in den Klassen 3 bis 5. Im Zuge des 5. Jahrgangs werden sie wieder in die Regelschule integriert. Träger ist die Rummelsberger Diakonie. Und damit kommt diese Schule nicht in den Genuss staatlicher Sonderbudgets oder Sanierungsprogramme. Die Schulräume, die im Hinterhaus der BRK-Altenpflegeschule liegen, gehören dem Landkreis. "Wobei wir mit der Jugendhilfe des Landkreises sehr gut zusammenarbeiten", betonen Carolin und Jörg Rettner, die beiden Sozialpädagogen der Einrichtung. "Schwierig ist es für uns, wenn es um Dinge geht, die nichts direkt mit dem Unterricht zu tun haben", sagt Claudia Bordfeldt. "Einen Elternbeirat, der die eine und andere Veranstaltung macht und den Überschuss spendet, haben wir nicht. Und großherzige Spenden von unseren Schülereltern können wir nicht erwarten."

Im Pausenhof der Schule mit Betonverbundpflaster können die Kinder etwas Fußball spielen. Daneben stand bislang ein sieben Meter langes "Schiff" als Spielmöglichkeit, das aber die Sicherheitsanforderungen für Spielgeräte nicht mehr erfüllt hat. Doch es gibt gute Neuigkeiten: Die Schule hat es geschafft, ein neues Schiff anzuschaffen, nachdem die Antenne-Bayern-Stiftung einen Großteil der Kosten übernommen hatte. Was aus der Spende geworden ist, davon überzeugte sich die Geschäftsführerin der Stiftung, Felicitas Hönes, selbst vor Ort. Klaus Klaschka