Der vergangene Sonntag war in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Tag. Er hatte - als einziger Tag in diesem Jahr - zwar nur 23 Stunden. 23 Stunden allerdings, in denen durchaus Ungewöhnliches geschah.

In auffallend vielen bayerischen Gemeinden schafften es Bürgermeister nicht, in der Stichwahl ihr Amt zu verteidigen. Allein in unserer Region traf es neben Henry Schramm in Kulmbach auch seine OB-Kollegen Harald Fichtner in Hof und Brigitte Merk-Erbe in Bayreuth sowie den Weismainer Rathauschef Udo Dauer. So wechselfreudig kannte man die Bürger auf kommunaler Ebene bisher nicht.

Tja, und dann lief um 18.50 Uhr in der ARD die 1758. und (vermutlich) letzte Folge der "Lindenstraße". Nun habe ich in der Regel sonntags um diese Zeit Besseres zu tun als vor dem Fernseher zu sitzen. Seit zig Jahren hatte ich keine Folge mehr komplett gesehen. Aber Krisenzeiten machen manches möglich. Und so verfolgte ich das Finale - und erblickte tatsächlich viele bekannte Gesichter. Einige Protagonisten kannte ich zur Verwunderung meiner Frau sogar noch nach über 30 Jahren mit Namen.

Alles ist einmal zu Ende, alles geht einmal vorbei. Worte, die in der momentanen Situation durchaus Hoffnung machen dürfen. Ich ertappte mich dieser Tage dabei, dass ich mir Dinge zurückwünschte, auf die ich vor vier Wochen noch gerne verzichtet hätte. Irgendwie komisch, oder? Die allmorgendlichen Verkehrsmeldungen von kilometerlangen Staus auf den Straßen zum Beispiel, die Positionslichter der Flugzeuge am sternenklaren Himmel oder das permanente Brummen der nahen Autobahn. Alles weg. Aber das alles wird zurückkommen - irgendwann. Freuen wir uns drauf!?! Dietmar Hofmann