Die Landwirte in der Gemeinde Wohlbach können entlang des Gewässers Holzgrundgraben eine Leitplanke errichten. Zumindest das wurde im Gemeinderat Ahorn befürwortet, wenn auch gegen die Stimmen der Fraktion CSU/Bürgerverein. Zunächst klingt das Vorhaben unspektakulär, hat aber einen durchaus brisanten und strittigen Hintergrund. Die Geschichte des Bauernstreits in Wohlbach reicht zeitlich zurück bis in die Zeiten der Flurbereinigung. Wohlbacher Bauern und Jagdpächter hatten damals für den Ausbau der Feldwege nicht nur Land abgegeben, sondern auch in die Tasche greifen müssen.
Nur einer der Landwirte, ein Großlandwirt heißt es, hatte sich rausgehalten und nicht an den Kosten beteiligt. Im Gegenteil, er hatte seinerseits ohne Genehmigung Teile des Holzgrundgrabens verrohrt, eine Überfahrt gebaut, was ihm die Nutzung des Wege ermöglichte. Diese nicht genehmigte Überfahrt über den Graben wurde nach etlichen Streitigkeiten, die recht deftig verlaufen sein sollen, zwar zwischenzeitlich wieder entfernt, allerdings ein paar Meter weiter auf dem Gebiet der Gemarkung Gossenberg in der Gemeinde Großheirath neu errichtet. Mit großen Maschinen, moniert Bürgermeister Martin Finzel, fahre der Großlandwirt also weiterhin auf dem Weg der Gemeinde, für dessen Unterhalt andere Landwirte und Jagdpächter zahlen müssten.
Mit der Errichtung einer Leitplanke unter dem Mäntelchen Verkehrssicherung hoffen die Landwirte, dem finanziell an der Flurneuordnung nicht beteiligten Landwirt die Durchfahrt abzuschneiden. Während Hubert Becker "aus Gerechtigkeitsgründen" für den Antrag der Landwirte plädierte, mahnten Udo Bohl wie auch Timo Sollmann, Augenmaß zu wahren und nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Auch Andreas von Imhoff sieht in einer Leitplanke das falsche Mittel zur Problemlösung und eine Ausgrenzung eines Landwirts. Werner Gundermann meint, den Streitpunkt einfach dadurch beseitigen zu können, indem man mit Unterstützung der Fachbehörde fordere, die widerrechtliche Verrohrung des Grabens zu entfernen, und fragte in diesem Zusammenhang auch nach einer wasserrechtlichen Genehmigung. Martin Finzel nennt die Errichtung einer Leitplanke dagegen nur gerecht. Entweder der Landwirt beteilige sich finanziell oder ihm werde die Nutzung der Landwirtschaftswege verwehrt. "Es geht nicht, dass die kleinen Landwirte zahlen, während der Großlandwirt sich raushält und trotzdem den Nutzen davon hat", erklärt er deutlich, will aber die Option einer Zahlung offen halten.


Fachbehörden werden gehört

Der Antrag auf Errichtung einer Leitplanke bei Übernahme sämtlicher Kosten durch die Landwirte hatte dann gleich drei Beschlüsse zur Folge. Mit der Mehrheit von SPD, Freien Wählern und Grünen wurde dem Vorhaben Leitplanke zugestimmt. Einigkeit gab es darin, sich in der Forderung, die Verrohrung des Holzgrundgrabens nebst Überfahrt zu beseitigen, mit der Gemeinde Großheirath abzusprechen und die Fachbehörden im Landratsamt zurate zu ziehen. "Es bleibt spannend", sagt Finzel und spricht mit einem Augenzwinkern vom "Bauernkrieg in Wohlbach".