Matthias Krapp war schon vor der Wahl in der komfortablen Lage, für seine Zukunft auf dem Chefsessel im Priesendorfer Rathaus planen zu können. Denn der Kandidat der CSU hatte keinen Mitbewerber - und die Wähler kürten ihn mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Maria Beck (ebenfalls CSU) gewählt. "Maria Beck hat die letzten zwölf Jahre Priesendorf stark geprägt und weiterentwickelt. Es gilt hier anzuknüpfen", formuliert der 46-jährige gelernte Bankkaufmann, Diplom-Betriebswirt und selbstständige Unternehmer Krapp seinen Auftrag, "die Gemeinde Priesendorf zukunftsfähig zu gestalten". Und er betont: "Dabei ist es wichtig, sowohl Bewährtes zu erhalten als auch neue Wege zu gehen."

Herausforderung Ehrenamt

Einen neuen Weg geht er zunächst einmal persönlich. Als ehrenamtlicher Bürgermeister auf zunächst sechs Jahre will er die eigene Firma in Priesendorf nicht vernachlässigen und gemeinsam mit seiner Frau Jeanette weiterführen. Natürlich wird unser Unternehmen beruflich meine erste Wirkungsstätte bleiben", sagt Krapp - und verspricht: "Nichts desto trotz werde ich mich mit allem Eifer, Ehrgeiz und Leidenschaft dem Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters in Priesendorf widmen."

Wie will er das unter einen Hut bringen? Denn die Tätigkeit als ehrenamtlicher Bürgermeister ist in den meisten Fällen nahezu ein Vollzeitjob, verbunden mit Arbeit und Terminen oft an Abenden und Wochenenden. Matthias Krapp ist sich dessen durchaus bewusst. "Wir sind eine kleine Gemeinde, haben aber vom Aufgabenspektrum dasselbe zu bewerkstelligen, wie eine größere Gemeinde", stellt er fest. Für die doppelte Herausforderung braucht es seiner Meinung nach "natürlich ein großes Maß an Organisation, Disziplin und Ehrgeiz". "Aber, ich traue mir das auf jeden Fall zu", fügt er selbstsicher hinzu.

Familie steht dahinter

Und was sagt die Familie zur Zusatzrolle des Vaters? Dass er Bürgermeister werden will - und auch beste Chancen hat, es zu werden - ist nicht erst seit seiner Nominierung im vergangenen Oktober klar. "Dass ich als Kandidat zur Verfügung stehe war sicherlich schon länger bekannt. Dass Maria Beck nicht mehr als Bürgermeisterkandidatin zur Verfügung steht, war ebenfalls rechtzeitig bekannt, so dass die damit einhergehende Kandidatenkür keine kurzfristige und hektische Angelegenheit war", führt Krapp aus. "Die Familie (Frau und drei Kinder im Alter von drei bis dreizehn Jahren) war vom ersten Tag an im Entscheidungsprozess eingebunden und steht voll dahinter".

Selbst die Freizeit soll auch künftig nicht zu kurz kommen. Dazu zählen für Matthias Krapp die gemeinsamen Aktivitäten im eigenen Bauerngarten und die Ausflüge mit der Familie. "Mein großes Hobby, das Laufen, werde ich trotzdem nicht aufgeben wollen. Tja, wie schon gesagt: alles eine Frage der Organisation."

Und Bürgermeister ist er ab 1. Mai eben auch noch. Darauf bereitet er sich jetzt schon vor. "Das sieht derzeit so aus, dass ich bereits jetzt schon telefonisch Kontakt mit entsprechenden Stellen aufnehme, die zum Umsetzen anstehender Projekte wichtig sind", berichtet Krapp, der die Kommunalpolitik in den vergangenen sechs Jahren als Gemeinderat kennengelernt hat. "Vielfältige Aufgaben und Herausforderungen liegen vor uns", weiß er. "Demografischer Wandel, Mobilität, Digitalisierung, Klimaschutz - das sind einige der Schlagworte." Was das konkret für Priesendorf heißt, führte Matthias Krapp im FT-Interview vor der Wahl aus (siehe Infokasten "Prüfsteine").