An diesem Wochenende blickt die Filialgemeinde Dippach auf das 125-jährige Bestehen ihrer Heilig-Kreuz-Kirche zurück und feiert damit das Kirchweihfest. Die Einweihung des Gotteshauses war am 13. Oktober 1895, und rechtzeitig zum Jubiläum wurde der gesamte Innenraum mit Wand- und Deckenanstrich in ein festliches Kleid gebracht.

Die ersten Aufzeichnungen über einen Kirchenbau in Dippach resultieren aus dem Jahr 1840. Am 3. Mai 1894 fand die Grundsteinlegung für die "Kapelle zu Dippach" statt. Die Baukosten sind mit 12 000 Mark beziffert. Darin sind nicht die freiwillig geleisteten Fronarbeiten der Bewohner enthalten. Die Steine stammten aus den ortseigenen Steinbrüchen, und das Holz für Turm und Dachgebälk wurde aus dem Gemeindewald bezogen.

Der Stolz der Dippacher über den Bau ihrer Kapelle kommt im "Fränkischen Volksblatt" vom 31. März 1894 zum Ausdruck. "So verspricht die neue Kapelle am Fuße des grünen Steigerwaldes eine Zierde des Mainthales zu werden..."

Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Renovierungen vorgenommen. Nach einer Sanierung 1955 wurde 1963 eine größere Sakristei angebaut. 1988 folgte die Eigentumsübertragung des Grundes und Bodens von der politischen Gemeinde auf die Kirchengemeinde.

Mit einer Kostensumme von rund 14 000 Euro wurde nun für das Jubiläumsjahr 2020 der Innenraum mit Wand- und Deckenanstrich erneuert. Wer die Heilig-Kreuz-Kirche betritt, sieht sofort ihr Thema vor sich: Im Altarraum ragt das Kreuz vor dem Chor-Mittelfenster auf.

Der edel geformte und ansprechend gefasste Renaissance-Corpus geht auf das Jahr 1650 zurück und stammt möglicherweise aus dem Inventar der alten Pfarrkirche von Eltmann. Die Assistenzfiguren Maria und Johannes ließ 1958 der damalige Geistliche Rat Schilling (Stadtpfarrer von 1949 bis 1970 und Ehrenbürger der Stadt Eltmann) von seinem Landsmann Georg Ruppert aus Hammelburg schnitzen. Das Chormittelfenster erhielt bei seiner Erneuerung im Jahr 1958 eine azurblaue Grundtönung, die wohl die Unendlichkeit, das Jenseits und den Himmel signalisieren soll.

Gottesdienst in der alten Schule

Am Sonntag, 11. Oktober, um 9 Uhr findet der Festgottesdienst mit dem Stadtpfarrer Bernhard Öchsner nebenan im Saal der alten Schule (wegen der Corona-Regeln) statt. Es ist aber geplant, das Jubiläum im nächsten Jahr gebührend zu feiern. gg