Die Adelsdorfer SPD hatte beantragt, den neu gekennzeichneten Behindertenparkplatz am unteren Eingang des Aischer Friedhofes zum oberen Eingang zu verlegen, da der Zugang vom Parkplatz für gehbehinderte Menschen zu steil sei. Nun äußern sich die beiden SPD-Räte Norbert Lamm und Jörg Bubel in einer Pressemitteilung verwundert über die Aussage im Seniorenbeirat und im Bauausschuss des Gemeinderats, dass die beiden Zugänge zum Aischer Friedhof die gleiche Steigung aufweisen sollen und deshalb eine Verlegung des Behindertenparkplatzes zum oberen Eingang nicht sinnvoll sei. Auch Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) habe diese Auffassung vertreten.

Unverständlich sei es den SPD-Gemeinderäten auch deshalb, weil jeder bei einer Ortsbesichtigung sofort erkenne, dass der untere Zugang wesentlich steiler als der obere ist. Um diese Aussage mit Zahlen zu belegen, haben sie nachgemessen. Dabei habe sich gezeigt, dass der obere Zugang eine Steigung von 8,2 Prozent und der untere eine Steigung von 14,5 Prozent aufweist, also fast doppelt so steil sei wie der obere.

"Es ist einer sachlichen Diskussion abträglich, wenn der Seniorenbeirat und der Gemeinderat mit solchen falschen Zahlen in die Irre geführt werden", äußert sich dazu Lamm, und Bubel ergänzt, dass bei der Steigung von 14,5 Prozent kein älterer Mensch in der Lage sein werde, einen anderen Menschen im Rollstuhl hochzuschieben. Die SPD-Gemeinderäte halten auch die 8,2-Prozent-Steigung beim oberen Eingang noch für zu viel. Diese Steigung gelte aber nur, wenn der Zugang direkt von der Straße erfolgt, meint Lamm und erklärt, dass auf der Rasenfläche links vom Weg ausreichend Platz sei, um einen Behindertenparkplatz mit einem kurzen, flachen Fußweg zum Eingang zu schaffen. Lamm und Bubel fordern, dass der Seniorenbeirat sich in seiner nächsten Sitzung noch einmal mit dem Thema befasst.

Probleme vor der Post

Zudem befürchten die SPD-Räte, dass auch bei den Parkplätzen an der Post die Bedürfnisse der behinderten Menschen nicht berücksichtigt werden. Im Bauausschuss sei beschlossen worden, die Plätze unmittelbar vor der Poststelle als normale Parkplätze auszuweisen und den Behindertenparkplatz auf die andere Straßenseite einige Meter weiter entfernt zu legen. "Dieser Beschluss ist absolut unverständlich", so Bubel. "Wir verstehen nicht, weshalb nicht gehbehinderte Mitbürger direkt vor der Poststelle parken dürfen, gehbehinderte Menschen aber auf der anderen Straßenseite mit Bordsteinkanten und der Überquerung von zwei Straßen (Bahnhof- und Rosenstraße) zufriedengestellt werden sollen", bringt Lamm die Problematik auf den Punkt. red