Seit 1559 thront die Petrikirche über der Kulmbacher Altstadt - jetzt muss das Gotteshaus dringend saniert werden. "Das Dach muss neu gedeckt werden, und die gesundheitsschädlichen Holzschutzmittel im Dachstuhl, die aus den 70er Jahren stammen, sollen beseitigt werden", sagte Dekan Thomas Kretschmar. Darüber hinaus müsse der Glockenturm einschließlich Glockenstuhl und Läuteanlage überprüft und instand gesetzt werden.
"Die Kirchengemeinde wird insbesondere für die Arbeiten im Innern der Kirche, wie die Überprüfung und den Austausch der elektrischen Anlagen, in Eigenleistung treten müssen", sagte der Dekan. Auch solle ein behindertengerechter Zugang geschaffen werden. Dabei sieht der Dekan die zukünftige Nutzung der Petrikirche ganz pragmatisch.
Angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten Jahren weniger Pfarrer und auch weniger Kirchenmitglieder geben wird, sei es angeraten, über entsprechende Nutzungszwecke der Petrikirche nachzudenken. "Das Gebäude wird auch in ein paar Hundert Jahren noch stehen", sagte Dekan Kretschmar. "Das wird bleiben."
Einer der konkreten Pläne sieht beispielsweise vor, im Südschiff das Gestühl zu entfernen, um dort Platz für ein Kirchencafé und sonstige Veranstaltungen zu schaffen - die Kirche als Ort der Zusammenkunft und des Austausches, ganz wie es sein soll.
Um die Sanierung der Petrikirche voranzutreiben, hat jetzt das Lions-Hilfswerk Bayreuth-Kulmbach 2500 Euro aus dem Erlös des Benefizkonzertes am 4. Februar dieses Jahres, das zum 100. Jubiläum des internationalen Lions-Clubs in der Petrikirche stattfand, gespendet. "Wir durften die Petrikirche für unser Konzert nutzen und geben jetzt gerne etwas zurück", sagte Präsident Dieter Bordihn, der sich für diesen Spendenstart noch viele Nachahmer wünscht. 2000 Euro sind für die Renovierung der Petrikirche vorgesehen und 500 Euro für den Aktionstag der Evangelischen Jugend, die am 15. und 16. Juli eine große Aktion zum Lutherjahr plant.
"Das gesamte Projekt ist ideal für den Lions-Club", sagte Jörg Naumann vom Lions-Club Bayreuth-Kulmbach, "zum einen fördern wir die Jugend, und wir sehen in der Unterstützung von Kirchen eine Erhaltung unserer Kultur."