Angesichts weiterhin geschlossener Restaurants, Cafés und Hotels macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf die wachsende Notlage der Beschäftigten aufmerksam.

Die NGG geht davon aus, dass die Kurzarbeit aktuell erneut die Ausmaße des Lockdowns vom Frühjahr 2020 angenommen hat. Damals meldeten 77 gastgewerbliche Betriebe im Kreis Kulmbach Kurzarbeit an - das waren 65 Prozent aller Betriebe der Branche.

Die Zahl der Köchinnen, Kellner und Hotelfachleute in Kurzarbeit stieg im April 2020 auf 390. Dies geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit hervor. Nach Angaben des Ifo-Instituts waren im Januar 2021 bundesweit 56 Prozent aller Beschäftigten des Gastgewerbes in Kurzarbeit. In der Gesamtwirtschaft lag die Quote bei 7,8 Prozent.

"Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie schon seit Anfang November. Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Ihre letzten Reserven sind längst aufgebraucht. Und es könnten noch Monate vergehen, bis Hotels und Gaststätten wieder öffnen", sagt Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken.

Wegen ohnehin niedriger Löhne und fehlender Trinkgelder spitze sich die Lage der Beschäftigten dramatisch zu. Ohne schnelle und unbürokratische Hilfe drohten ihnen existentielle Probleme, betont Grundl.

Die NGG forderete ein branchenübergreifendes Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro.

Morgen debattiere auch der Bundestag über das Thema. Mehr Infos hierzu unter: https://www.ngg.net/mindest-kug. red