Der "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 13. September, geht aufgrund der Corona-Pandemie neue Wege. Der zentrale Veranstalter, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, ruft dazu auf, Denkmale virtuell und digital zu präsentieren, wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes in Haßfurt hervorgeht.

Wer am "Tag des offenen Denkmals" teilnehmen und seinen historischen Schatz digital herzeigen möchte, kann sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de anmelden. Die Stiftung bündelt auf der Aktionsseite alle Angebote, damit möglichst viele Interessierte auf die digitalen Angebote aufmerksam werden.

Das diesjährige Motto des Denkmaltages lautet: "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken." Damit rückt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Thema in den Fokus, das alle etwas angeht: den bewussteren Umgang mit dem Planeten Erde, den Ressourcen und dem eigenen Handeln. Ausgehend von der Forstwirtschaft prägt der Begriff Nachhaltigkeit die Politik, die Lebensmittelindustrie, Energie- und Kosmetikbranche und stellt sie vor neue Herausforderungen. Welche Rolle nimmt in dieser Gesellschaftsdebatte die Denkmalpflege ein?

Dank geistiger, technischer, handwerklicher und künstlerischer Maßnahmen erhält Denkmalpflege historische Bauten und wahrt Erinnerungen. Zugleich schont die Instandsetzung von Denkmalen wertvolle Ressourcen und macht sie zukunftstauglich. Das Motto "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken." ist unterschiedlich auslegbar und kann folgende Themenschwerpunkte erfassen: 1. Bauweisen von Denkmalen: Verwendung beständiger und regionaler Baumaterialien, ressourcenschonende Baukonzepte, energetische Sanierung;

2. Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit von Denkmalen: traditionelle handwerkliche Techniken für die Zukunft;

3. Neue Nutzungskonzepte von Denkmalen: Umnutzung bestehender Räumlichkeiten als Zukunftspotenzial und zur Vorbeugung von Leerstand; 4. Natur trifft Kultur: Grünflächen, Parks oder Friedhöfe als landschaftliche Freiräume und moderne Naturoasen.

"Das Motto verspricht viel Interessantes für all jene Menschen, die neugierig auf Kultur, Geschichte und Architektur sind und sich aus dem Wissen über die Vergangenheit heraus auch Gedanken zur Zukunft machen", betont Landrat Wilhelm Schneider (CSU).

Reich an Baudenkmälern

Der Landkreis Haßberge ist bekanntlich reich an Baudenkmälern, an denen Spuren des Erinnerns haften. In diesem Zusammenhang dankt Landrat Wilhelm Schneider den vielen ehrenamtlichen Helfern, den Vereinen, Kirchengemeinden, den privaten Denkmaleigentümern und Kommunen, den Architekten und Handwerkern, die sich aktiv für den Erhalt und die Pflege des kulturellen Erbes einsetzen. "Mit einer zeitgemäßen und aufgeschlossenen Denkmalpflege, wie sie in unserem Landkreis seit Jahren praktiziert wird, werden durchaus auch neue Wege beschritten", ergänzt der Architekt Bernhard Joos, der am Landratsamt Haßberge zuständig für Denkmalpflege ist. Zielsetzung sei hierbei nicht die reine Konservierung der Baudenkmäler, sondern die Integration der historischen Gebäude und eine qualitätsvolle und baukulturell fundierte Weiterentwicklung der Denkmallandschaft, erklärt der Fachmann in der Landkreisbehörde.

Praktische Tipps, wie man Denkmale digital erlebbar machen kann, zum Beispiel per Vi-deo, Fotostrecken oder Audio-Formaten, gibt es im Internet: www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstalter/tag-des-offenen-denkmals-wird-digital/. red