Der Oberbürgermeister ist nicht amüsiert: "Es wäre schön, wenn man hier nicht Unwahrheiten verbreiten würde", schreibt er auf Instagram. Anlass war ein Post der Coburger Gruppe von Fridays for Future. Sie ruft zu einer Demonstration heute um 13 Uhr vor dem Kongresshaus auf, wo ab 14 Uhr der Stadtrat tagt. Zwei der Tagesordnungspunkte: Der "Aktionsplan für nachhaltige und klimafreundliche Stadtentwicklung" und der "Green Deal 2030".

Beide Male geht es um Klimaschutz - aber Fridays for Future sind nicht zufrieden: Es handle sich nicht, "wie die Formulierung Aktionsplan verspricht, um klare Leitmaximen oder konkrete wissenschaftlich überprüfbare Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise, sondern lediglich um ein Bekenntnis für mehr Klimaschutz und schwammig formulierte Ziele, welche nicht mit Daten wie und wann eine Reduktion von Emissionen erreicht werden sollen, unterlegt werden."

Fridays for Future räumen ein, dass es beim Aktionsplan um den Ausbau der erneuerbaren Energien geht, die Reduktion des CO 2 -Ausstoßes, eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und die Verkehrswende. Aber es fehlen ihnen die messbaren und damit überprüfbaren Ziele, zum Beispiel, wie viel CO 2 in welchem Bereich reduziert werden soll. Damit bleibe der Aktionsplan "eine Absichtserklärung", heißt es in einem Kommentar.

Die "Unwahrheit", die Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) so sauer aufstieß: In dem am Dienstag veröffentlichten Aufruf hatte es zunächst geheißen, "die SPD/CSU" bekenne sich mit dem Aktionsplan zu Klimaschutzmaßnahmen. Sauerteig wies deutlich darauf hin, dass es sich bei dem Aktionsplan "um eine Selbstverpflichtung für die Verwaltung" handele, "wie man vom Grundsatz her an Projekte herangehen will, um das vorhandene Klimaschutzkonzept in die Praxis zu überführen". Das Ganze werde ergänzt um Themen, "an denen die Verwaltung von sich aus arbeitet und die dann der Politik zur Entscheidung vorgelegt werden. Mit CSU und SPD hat das nichts zu tun."

Daraufhin haben Fridays for Future ihren ursprünglichen Aufruf zur Demonstration entschärft. Von den Parteien ist dort nicht mehr die Rede. Es gibt sogar eine Entschuldigung bei OB Sauerteig, weil die Parteien genannt wurden. "Dennoch stehen wir dem Aktionsplan noch kritisch gegenüber und würden uns über ein Gespräch darüber mit Ihnen und den Macher:innen des Plans sehr freuen."

Zum Gespräch hatte Sauerteig vorher eingeladen. Aber nicht über den Aktionsplan, sondern im Zuge des "Green Deal" für Coburg, der heute ebenfalls beschlossen werden soll: Dort könnten Fridays for Future ihre "konkreten Ideen" gern einbringen. sb