Das 555. Blutsfest und vor allem die dazu gehörende Prozession fanden trotz Corona-Pandemie in der Marktgemeinde Burgwindheim statt. Beides hatte zwar nicht die Ausmaße und den Glanz des Vorjahres, aber dank einer Ausnahmegenehmigung durch Landrat Johann Kalb (CSU) konnte die Prozession durch den Markt auf etwa der Hälfte der normalen Strecke stattfinden. Dem Organisationsteam war ein Stein vom Herzen gefallen, als die Erlaubnis aus dem Bamberger Landratsamt eintraf.

Erzbischof Ludwig Schick kam wie schon in den Jahren zuvor nach Burgwindheim. Er zelebrierte das feierliche Hochamt diesmal in der Blutskapelle, da die Pfarrkirche St. Jakobus immer noch wegen Renovierung geschlossen ist. Da immer noch die strengen Bestimmungen wegen Corona gelten, konnten nur rund 20 Personen in der Kirche Platz nehmen. Das waren neben dem Landrat die neuen Bürgermeister von Burgwindheim, Johannes Polenz (DLB/BB), und von Ebrach, Daniel Vinzens (ENL), die Gemeinderäte und Vertreter des Pfarrgemeinde- und des Kirchenrates. Alle anderen rund hundert Gläubigen verfolgten den Gottesdienst im Friedhof, der sich an die Blutskapelle anschließt. Zum Bedauern vieler wurde der Gottesdienst nicht auf eine Leinwand nach außen übertragen und auch nicht über das Internet gestreamt. Der Erzbischof sagte in seiner Festpredigt, dass das Blutsfest besonders wichtig sei und es deshalb auch gefeiert werden müsse. Er fuhr fort: "Wir sprechen zurzeit viel von systemrelevant. Kirche will das auch sein. Kirche muss aber auch zukunftsrelevant sein." Da die Welt sich wandle, sei es Aufgabe der Kirche, zu einer guten Entwicklung beizutragen mit einem Leben in Frieden, Freude und Gerechtigkeit für alle.

Auch die Soldatengarde fehlte

Nach dem Gottesdienst wurde die Prozession in kleinem Rahmen abgehalten. Den Erzbischof mit dem Allerheiligsten begleiteten nur die wenigen Ministranten, Vater und Sohn Brühl mit der Pfarrfahne und die erwähnten Vertreter von kirchlicher und politischer Seite. Von vielen vermisst wurde die Garde der zwölf Soldaten in ihren hellblauen napoleonischen Uniformen, die sonst das Allerheiligste bewacht.

Die Blaskapelle Burgwindheim hatte sich an der Kirche und später oberhalb des Friedhofs aufgestellt und umrahmte den Zug musikalisch. Zum Evangelium und an den Altären hallte der Donner der Kanone durch den Ort. Die Fenster und Häuser entlang des Weges hatten die Burgwindheimer wieder schön geschmückt, am Weg, an dem sonst viele aus dem Dorf und der Umgebung stehen, waren aber nur wenige Personen zu sehen.

Die Prozession führte über die Ebrachbrücke zur Pfarrkirche und zur Siedlungsstraße. Am dortigen Platz, sonst der zweite Altar, hatten die neun diesjährigen Kommunionkinder mit Blumen liebevoll Symbolbilder auf den Boden gelegt. Ihre eigenen Namen (Lea, Tessa, Gerhard, Theresa, Emil, Mia, Peter, Sebastian, Lenny) hatten sie mit Blumen wie Strahlen um das Kerzenbild gefügt. So wurde wenigstens eines der sonst vier wunderbaren Blumenbilder an den Altären auch in der CoronaZeit verwirklicht.

Nach dem Schlusssegen in der Blutskapelle dankte Pfarrer Albert Müller seiner Eminenz für seinen Besuch und dem Landrat für die Ausnahmegenehmigung. Dafür erhielten beide Applaus der Gläubigen in und außerhalb der Kirche.

Obwohl die Ankündigung zum Blutsfest nur spärlich publik gemacht worden war, kamen doch einige auswärtige Besucher nach Burgwindheim. Unter ihnen war auch Michael Bogensberger aus Wolnzach in der Hallertau, der jedes Jahr hierher kommt. Er sagte: "Man merkt, dass die Leute hier innerlich mitgehen, die Stimmung ist dieses Jahr aber sehr zurückhaltend." Sigrun und Werner Philipp - er begleitet seit 54 Jahren auf seiner Trompete die Prozession musikalisch - meinten: "Wir sind froh, dass die Blutsprozession überhaupt stattfindet. Wir sind mit dem Herzen aber voll dabei." Überschwänglich meinte Britta Rauscher aus Oberhaid: "Ich komme jedes Jahr hierher, denn ich brauche diesen Besuch. Die Kraft des Segens führt mich durch das ganze Jahr."

Mesnerin Elke Bätz strahlte über das ganze Gesicht, als sie nach der Messfeier die Bänke desinfizierte. Was sie so freute: Dass Blutsfest und Prozession trotz Corona stattfinden konnten, "wenn auch leider nur in kleinem Rahmen".