Von einem tragischen Tierschicksal berichtet Yvonne Jung im Auftrag der Tierschutzinitiative Haßberge aus dem Tierheim in Zell. Damwildkuh "Schnucki" wurde Opfer einer Hundeattacke.

"Schnucki" kam als Waisenkind vor zehn Jahren zu Britta Merkel von der Tierschutzinitiative. Merkel zog das Kitz mit Unterstützung der Rehkitzhilfe ein dreiviertel Jahr in ihrem Wohnzimmer auf und "Schnucki" entwickelte sich laut Mitteilung der Tierschützer durch die liebevolle Pflege zu einer "bezaubernden Damwildkuh, die jeden umgarnte und umschmuste". Allerdings kann man in Bayern Damwild nicht auswildern, da es sich hierzulande um reine Gehegetiere handelt. Auch eine Vergesellschaftung mit einer Damwildherde im Gehege schlug fehl. So lebte "Schnucki" mit ihrem "Schafkumpel Moses", laut Jungs Bericht "ebenfalls ein Flaschenkind), und weiteren Tieren weiter in Obhut der Tierinitiative in Oberschwappach. Am 9. April zog die Herde für die Sommermonate ins Tierheimgelände um. Neun Tage später ging eine unachtsame Spaziergängerin der Schilderung zufolge nachmittags mit ihrem nicht angeleinten Hund am Tierheimgelände vorbei. Auf der Weide befanden sich zwei Schafe, zwei Lämmer und "Schnucki". Unbeaufsichtigt, so schildert Yvonne Jung, habe sich der Hund vermutlich unter dem massiven Tor durchgegraben, sei in das Gehege eingedrungen und habe " Schnucki" laut Schilderung von Zeugen 15 Minuten lang herumgehetzt. Die Halterin soll erst nach etwa 500 Metern bemerkt haben, dass ihr Hund verschwunden war. Auf Nachfrage von Britta Merkel erklärte sie, dass sie kurzsichtig sei.

Langer Überlebenskampf

Fünf Tage und Nächte kämpften die Tierschützer um das Leben von "Schnucki", die allerdings an den Folgen der Hetzjagd starb. Gegen die Hundehalterin wurde den Angaben zufolge Anzeige erstattet und man habe bei der Gemeinde Leinenpflicht für ihren Vierbeiner beantragt. "Wir trauern und vermissen unsere Schnucki", schreiben die Tierfreunde. Der lange vergebliche Überlebenskampf des Tieres zeige, wie sich eine Hetzjagd auf Wild auswirken kann.

Appell an Hundehalter

Aktuell, so die Tierschützer , sei Setzzeit für einen großen Teil der Wildtiere, also die Zeit, in der sie Junge zur Welt bringen. Was sich auf dem Tierheimgelände abgespielt hat, könne sich jederzeit in freier Wildbahn wiederholen. Daher die eindringliche Bitte der Tierschützer: "Wenn Ihr Hund Jagdtrieb hat und sie diesen nicht kontrollieren können, dann nehmen Sie Ihren Hund an die Leine. Es gibt Schleppleinen von fünf bis 30 Meter Länge, so dass Ihr Hund sich gut bewegen, aber keinen Schaden verursachen kann."