Es war ein ungewöhnlicher Termin - und ein ungewöhnliches Konzert. Aber als "Rekkenze Brass" an einem Montag ein Konzert in der Johanneskirche anbot, musste die Kulturinitiative Trebgast nicht lange überlegen, um zuzustimmen. Auch wenn ihr Vorsitzender Hans-Jürgen Moos zunächst schon etwas skeptisch war. Letztlich bewahrheitete sich der Satz von Bandmitglied Rainer Streit: "Freitag, Samstag und Sonntag können alle. Am Montag kommen die Kenner." Und sie kamen zuhauf.

Die Besucher erlebten ein Weihnachtskonzert auf höchstem Niveau, ganz einfach "Blech" in Perfektion. Die Leichtigkeit und Spielfreude, mit der dieses Bläserquintett die gesamte Kirche füllte und damit die vielen Besucher begeisterte, kommen nicht von ungefähr. Alle haben die Musik im Blut und ihr Instrument von der Pike auf gelernt.

Das weibliche Küken

So wie das "Küken" der Band, Elisabeth Nußrainer. Sie stammt aus der Nähe von Erding und studiert noch - quasi in den letzten Zügen - in Linz. Ihren "Bachelor" hat sie bereits, der "Master" steht kurz bevor. Wie hat sie es eigentlich in die "Boygroup" geschafft? "Ich besuche seit vielen Jahren die Workshops und Kurse im Haus Marteau in Lichtenberg, bei denen meine jetzigen Kollegen auch regelmäßig referieren. Vor drei Jahren kam ein Anruf, ob ich als Nachfolgerin eines aus Altersgründen ausscheidenden Gründungsmitglieds mitmachen will. Ich wollte und fühle mich seitdem bei den Jungs sehr wohl."

Gleich zum Auftakt starteten die fünf exzellenten Bläser eine Zeitreise zurück in die Renaissance. Mit sechs Tänzen aus dieser Epoche von unterschiedlichen Komponisten spannten sie einen Bogen von der Spagnoletta, einem italienischen Tanz aus dem späten 16. Jahrhundert, über die Canzonetta, einer beliebten, nicht-kirchlichen Art von Vokalkomposition, bis zur Pavane, einem feierlich-langsamen Schreittanz, und der Courante, einem lebhaften Gesellschaftstanz.

Reise durch Europa

Es folgte eine teils besinnliche, teils schwungvolle Rundreise durch Europa mit Weihnachtsliedern aus England, Spanien und Deutschland. Gelegenheit für die Besucher, sich zurückzulehnen und die Spielfreude der Bläser zu genießen.

Zur Abwechslung boten die fünf Musiker danach ein "gemischtes Quartett aus frischen Torelli al dente, dazu ein spritziges Piccolönchen" an. Das hatte allerdings nichts mit Nudeln und Alkohol zu tun, sondern mit einem Italiener und einer Trompete: Guiseppe Torelli war ein fantastischer Geiger und eine verrückte Nudel, der sich nicht zu schade war, auch mal die erste Geige mit der Bratsche in der 25. Reihe zu tauschen, was einem Abstieg von der Formel 1 zur Seifenkiste gleichkam.

Nach weiteren famosen Vorträgen wie zum Beispiel dem "Libertango"von Astor Piazzolla" endete die Brasszination mit einem Medley anglo-amerikanischer Melodien, bei dem natürlich auch Rudolph, das Rentier mit der roten Nase, nicht fehlen durfte.

Für den Kindergarten

Drei Zugaben forderte das begeisterte Publikum noch ein, bevor der Dank der Friedrich Baur GmbH in Burgkunstadt galt, die als Sponsor den freien Eintritt zu diesem Konzert ermöglichte. Die freiwilligen Spenden des Abends kommen dem Kindergarten Trebgast zugute.