"Wir sind ein größeres Unternehmen im Umfeld von Bad Kissingen, und wir suchen Auszubildende", so Thomas Kropp von Joyson PlasTec GmbH - einst Takata Petri. Ebenso geht es Simone Sell von den Heiligenfeld-Kliniken oder Ralf Ludewig vom Einzelhandelsverband. Der Fachkräftemangel zwingt die Unternehmen zu den unterschiedlichsten Maßnahmen - und eine davon ist die Präsentation auf dem 13. Berufsinformationstag der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen.

Der Wettbewerb um die Auszubildenden führte beide zusammen: Vertreter von fast 40 örtlichen Unternehmen, die das Spektrum von Handwerk über Industrie bis Dienstleistung repräsentierten, und die Jugendlichen, die entweder in diesem oder im nächsten Jahr einen Ausbildungsplatz anstreben. Organisiert wurde der "BIT" von der Wirtschaftsförderung des Landkreises, vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft sowie den Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen. In den Räumlichkeiten und auf dem Freigelände der Berufsschule nutzten Lehrkräfte die Gelegenheit, ihr Leistungsspektrum aus fast 30 Berufen den Besuchern vorzustellen - unterstützt durch Innungen und Verbände, Handwerkskammer und IHK, Agentur für Arbeit und DGB.

Mit Hilfe von Flyern, Info-Stand und Coaches wurden die Gäste empfangen - Hinweisschilder zeigten den Weg in die Fachabteilungen, wo nicht nur Berufsschüler als Ansprechpartner bereitstanden. Darüber hinaus wurden die Unterrichtsräume von den Betrieben aus dem Bau-, Schreiner-, Bäcker- oder Malerhandwerk, der Gastronomie und Hotellerie, des Gesundheitswesens, der Kreditinstitute, des Kfz-Gewerbes oder der öffentlichen Arbeitgeber wie Bundeswehr und Bundespolizei genutzt. Zwischen den Stationen war ein eifriges Kommen und Gehen, aber nicht so ein Gewusel wie an früheren Berufsinformationstagen mit über 2000 Besuchern. Für Schulleiterin Karin Maywald war es "ein zielorientierter Ablauf, denn durch den geringeren Trubel hatten Gäste und die Vertreter der Betriebe Zeit füreinander". Bei ihren Rundgängen empfand sie das Miteinander entspannter, die Gespräche intensiver, und auch die Rückmeldungen der Betriebe seien durchwegs positiv gewesen, so ihr Fazit. Das spürte man etwa an der Tischfräse in der Schreinerabteilung, an der Max Werner aus dem 2. Ausbildungsjahr dem zukünftigen Holzmechaniker Paul Kirchner die Funktionsweise erläuterte.

Sophia Saar und Jörg Brückner von der unterfränkischen Handwerkskammer sehen in solchen Veranstaltungen die Chance, die handwerkliche Vielfalt aufzuzeigen und damit die Berufsorientierung zu erleichtern: "Viele wissen nicht, welche Möglichkeiten man hat", so Jörg Brückner.

Sebastian Bünner von den Kissinger Wirtschaftsjunioren freute sich als Mitorganisator des BIT über das Interesse der Klassen von Mittel- und Realschulen, die erst im nächsten Jahr ihren Abschluss absolvieren, "aber sich jetzt schon auf die Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz machen". kws