Zügig entschied sich der Hemhofener Gemeinderat für ein Haustechnik-Konzept bei der Sanierung der Grundschule. In jedes Klasszimmer kommt eine " CO2 -Ampel", eine messende LED-Leiste, die gelb aufleuchtet, wenn die Luft verbraucht ist und stoßgelüftet werden sollte. Das kostet etwa 8500 Euro anstelle von rund 150 000 Euro für eine zentrale Lüftung oder eine kontrollierte Wohnraum-Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Nötig ist so eine Warnanlage, weil die neuen Fenster dichter sein werden, so dass die Zwangsbelüftung durch Ritzen und Fugen entfällt.
Ein Flucht- und Notwegbeleuchtung für rund 22 000 Euro wird eingebaut. Irritiert war der Rat, dass auch ein Fettabscheider (40 000 Euro) her soll. Doch bei täglich 100 Essen und damit Geschirrspülen fällt die Schule unter die entsprechende Bauvorschrift. Letztes Thema waren die Heizmethoden. Die Schule ist nach dem EEG (erneuerbare Energien-Gesetz) verpflichtet, 25 Prozent ihres Heizmaterials aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Planer Manfred Weber favorisierte eine Lösung mit Biogas, das in die zu erneuernde Gastherme eingespeist werden kann, auch wenn er einräumte, dass dafür Lebensmittel verwertet würden. Als Alternative schlug Lutz Bräutigam (Grüne) Windgas vor. Der Rat folgte dieser Empfehlung.


Nicht mit 25 Kindern gerechnet

Eine heftige Diskussion dagegen gab es um die Nachrüstung der Belüftung im Kindergarten. 2012/13 wurde dort eine Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut, eine Minimallösung, die nur die Fensterlüftung unterstützen sollte. Doch das ist in zwei Schlafräumen wegen feststehender Fenster nicht möglich. Das schien damals unproblematisch, da die Räume nur von sechs Kindern genutzt werden sollten. Tatsächlich sind es aber 25 Kinder.
Diesen Mangel zu beheben kostet 29 000 Euro. Plus 4000 Euro für den dritten Schlafraum im Erdgeschoss, dessen Fenster zu öffnen sind. Für bessere Luftqualität soll auch sorgen, dass die Geräte ab 4 Uhr morgens laufen, während des Kindergarten-
betriebs aber zurückgefahren werden, weil sie sehr laut sind.
Der nächste Knackpunkt ist der Spiel- und Garderobenflur im Obergeschoss. Glaskuppeln erhellen ihn, erwärmen ihn aber an heißen Tagen gnadenlos. Hier soll ein Klimagerät für 7000 Euro Abhilfe schaffen. Einige Räte äußerten dagegen Bedenken wegen Zugluft, Bräutigam schlug vor, die Glaskuppeln ganz zu entfernen, aber am Ende beschloss das Gremium gegen eine Stimme, noch im August den vorgelegten Plan mit Lüftungsanlagen für die Schlafräume und Lüftung mit Klimagerät für den Gang im Obergeschoss umsetzen zu lassen.
Auf Vorwürfe gegen den Planer antwortete Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU), dass man nach einer Möglichkeit gesucht habe, die während der Ferien für den kommenden Sommer realisierbar ist. Ließe man alle Probleme womöglich in einem Rechtsstreit klären, könnte zwei Jahre überhaupt nichts verbessert werden. Deshalb habe auch der Erstplaner eine Beteiligung an den Kosten in Höhe von 10 000 Euro zugesagt.