Karl-heinz Hofmann

Es war ein ungewohntes Bild zu Beginn der Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses des Stadtrates Kronach, als am Donnerstag 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann die Sitzung eröffnete und zum Tagesordnungspunkt eins auch leitete. Es lag ein Antrag von Bauherrn Wolfgang Beiergrößlein auf Neubau einer Friedenskapelle, Nähe Pfählangerstraße in Kronach vor. Der Bauherr ist kein geringerer als das Stadtoberhaupt selbst. Stadtplaner Daniel Gerber erörterte den Standort und das Vorhaben. Auf dem Landesgartenschaugelände in Nähe des Spielplatzes auf der ehemaligen Bahnlinie soll eine ökumenische Friedenskapelle entstehen.


Dank für die Unterstützung

Diese Friedenskapelle soll 3,15 Meter lang, 2,70 Meter breit und eine Höhe von circa 2,45 bis 2,85 Meter haben, sie wird außerdem einen vier Meter hohen Turm erhalten. Gegen das Bauwerk bestehen keine Einwände, so das Fazit des Stadtplaners. Ohne weitere Diskussion gaben die Ausschussmitglieder das gemeindliche Einvernehmen. Bürgermeister Beiergrößlein dankte für die Unterstützung durch Stadtrat beim Grundstückserwerb wie auch den Ausschussmitgliedern für deren Zustimmung.


"Glaube kann Berge versetzen"

Seit 15 Jahren habe er sich mit dem Gedanken beschäftigt, in Kronach eine Friedenskapelle errichten zu lassen. Nach seiner Wahl zum Stadtoberhaupt 2008 seien diese Gedanken konkreter geworden und den letzten Ausschlag und Überzeugung gab sein 60. Geburtstag im Januar 2015. Hier erhielt er Spenden für die Errichtung einer Friedenskapelle und darüber hinaus immer wieder großen Zuspruch aus der Bevölkerung. "Dieses Wir-Gefühl und mein Glaube daran, dass der Glaube Berge versetzen kann", hätten ihn schließlich dazu bewegt, die Sache voranzutreiben. Er dankte dem ehemaligen Bürgermeister und Stiftungsratsvorsitzenden der Bürgerstiftung Historisches Kronach, Manfred Raum, der über die Bürgerstiftung ein Spendenkonto errichten ließ. "Viele haben bereits Spenden aber auch Hand- und Spanndienste geleistet", dankte der Bürgermeister, bat aber auch zugleich um weitere Spenden, denn nur gemeinsam könne man ein solches Projekt stemmen.
"Nichts ist wirklich selbstverständlich, nicht Gesundheit, nicht Arbeitskraft, schon gar nicht der Frieden", so Beiergrößlein nachdenklich. Daher habe er den Entschluss gefasst, in einer sehr schnelllebigen und hektischen Zeit mit allen christlich eingestellten Bürgern eine ökumenische Friedenskapelle zu bauen.


Hoffen auf Gemeinsinn

"Ich habe eine tief empfundene Dankbarkeit dafür, dass mir der Herrgott die Kraft und den Mut gab und gibt, unsere schöne Stadt zu führen und nach vorne zu bringen. Mein Glaube hat mir in meinem Leben immer geholfen, Sorgen und Probleme zu lösen, ja Berge als Bürgermeister zu versetzen", und man merkt ihm an, dies alles kommt von Herzen. Beiergrößlein weiter: "Ohne ein Mittun der Bürger geht's wohl nicht ganz. Da hoffe ich auf den Gemeinschaftssinn der Kronacherinnen und Kronacher." Auch der Standort richtete sich nach dem Wunsch vieler Bürger. Nicht um die Festung, wie ursprünglich mal angedacht, sondern in Nähe der Innenstadt, sei er er von vielen Bürgern überzeugt worden.