von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Michelau/Neudrossenfeld — Wegen schwerem Bandendiebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung in zwölf Fällen müssen sich derzeit drei Männer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Am 16. Mai 2014 war das Trio vorläufig festgenommen worden. Die Männer sitzen seit 17. Mai 2014 in Untersuchungshaft. Am Mittwoch fand der zehnte Verhandlungstag vor der Zweiten Strafkammer des Landgerichts statt.
Zu einem nicht mehr genau bekannten Zeitpunkt, heißt es in der Anklageschrift, hatten die drei Angeschuldigten vereinbart, künftig gemeinsam, aber in wechselnder Besetzung, Einbrüche in Fotostudios und Elektronikgeschäfte zu verüben. Dadurch wollten sich die Männer im Alter von 30, 32 und 44 Jahren, die aus Polen stammen, zukünftig regelmäßige Einkünfte verschaffen.

Zwölf Tatorte in ganz Deutschland

Zwölf Taten werden den drei Männern beim Prozess zur Last gelegt, unter anderem zwei Einbruchdiebstähle zwischen 14. und 17. März 2014 in Michelau und am 17. März 2014 in Neudrossenfeld. Die anderen Tatorte liegen kreuz und quer über die Republik verstreut: In Nürnberg, Lenting, Ludwigshafen, Hirschberg, Regensburg, Köln und Paderborn schlug die Bande zu.
Die Vorgehensweise ähnelte sich bei allen Einbrüchen. An einem der beiden Michelauer Tatorte hebelten die Täter zunächst das Fenster eines Fotostudios und anschließend eine Verbindungstür auf, um ins Innere des Gebäudes zu gelangen. Dann brachen sie die Tür zum Lagerraum auf und entwendeten dort Fotoapparate und Zubehör der Marken Canon, Nikon, Ixus und Apple im Gesamtwert von mindestens 8031 Euro. Zudem stahlen sie 150 Euro Bargeld. Der dort angerichtete Sachschaden wird auf 1239 Euro beziffert. Am zweiten Michelauer Tatort hebelten die Einbrecher ein Fenster an der Außenseite eines Werbestudios und eine Stahltüre auf. Im Studio nahmen sie Fotokameras, Objektive und Zubehör im Gesamtwert von 30 795 Euro mit. Der Sachschaden am Gebäude beträgt hier 1512 Euro.
In Neudrossenfeld öffneten die Täter ebenfalls gewaltsam ein Fenster, um in die Büroräume einer Firma einzudringen. Im Inneren des Gebäudes brachen sie verschlossene Schreibtische und Schränke auf und stahlen mehrere Notebooks, Fotoapparate und Zubehör sowie einen Tresor und 1200 Euro Bargeld im Gesamtwert von 18 193 Euro. Der angerichtete Sachschaden fällt hierbei mit 126 Euro relativ gering aus.
Insgesamt wird den Tätern bei der Verhandlung des Landgerichts zur Last gelegt, Gegenstände im Wert von rund 809 000 Euro gewerbsmäßig handelnd erbeutet und dabei Schaden von rund 7000 Euro angerichtet zu haben. Die beiden größten Brocken waren Einbrüche, die das Trio in Nürnberg und Köln verübte. In Nürnberg erbeutete die Bande unter anderem Filmkameras, Camcorder und Laptops im Wert von 147 000 Euro, in Köln hingegen Kameras und Zubehör im Gesamtwert von 326 640 Euro.

Noch kein Urteilsspruch

Das Nürnberger Gericht, das bis jetzt zehn Verhandlungstage hinter sich hat, kam am Mittwoch zu keinem Urteilsspruch. Der Prozess, der seit 4. Februar läuft, wird am 14. April fortgesetzt und voraussichtlich abgeschlossen.