„Auf soliden Beinen” sieht Bürgermeister Jochen Hack die Finanzen der Gemeinde Pettstadt . Das laufende Haushaltsjahr und die folgenden stellten allerdings eine nie dagewesene Herausforderung dar, gab er zu bedenken.

Wegen der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses, dem Bau einer altersgemischten Kindertagesstätte sowie der Sanierung und Vergrößerung der Schule steigt schon 2021 das Haushaltsvolumen auf 6,5 Millionen Euro . Der bisherige Rekordhaushalt aus dem Jahr 2017 mit 5,49 Millionen Euro werde förmlich „pulverisiert”, so Hack. Der Gemeinderat stimmte dem von Kämmerer Roland Hack ausgetüftelten Haushaltsentwurf einmütig zu.

Die Steuerhebesätze wurden für dieses Jahr noch einmal bei 320 Punkten belassen. 2022 werden sie um 30 Punkte angehoben. Die Grundsteuern A und B – in diesem Jahr stehen sie noch mit 172 500 Euro zu Buche – sowie die Gewerbesteuer werden also um knapp 10 Prozent steigen.

Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 4,277 Millionen Euro . Die Haupteinnahmequelle ist die Einkommensteuer-Beteiligung: 1,3 Millionen Euro werden erwartet. Mit 800 000 Euro werden die Gewerbesteuereinnahmen beziffert. Das sind etwa 300 000 Euro mehr als noch 2019 vereinnahmt: Die Geschäfte florieren offenbar weiterhin gut, und nicht nur im Gewerbegebiet an der Ohmstraße. Die staatlichen Zuschüsse (757 620 Euro und die Schlüsselzuweisung (517 200 Euro) sind weitere wichtige Einnahmen. Aber auch mit 60 000 Euro Beteiligung an der Umsatzsteuer und 50 000 Euro Konzessionsabgabe auf die Stromleitungen in den Ortsteilen können ein paar Löcher gestopft werden.

Viel Geld für Kitas

Auf der Ausgabenseite überragen die Zuweisungen der Gemeinde an die Kindertagesstätte: Eine gute Million wird fällig, um den Betrieb zu finanzieren. Ein Drittel davon trägt die Kommune, das Doppelte kommt aus der Staatskasse . Die Kreisumlage in Höhe von 898 000 Euro sowie die Personalkosten (726 600 Euro) und der sächliche Betriebsaufwand mit 710 235 Euro sind weitere wichtige Positionen. Die Schulverbandsumlage beläuft sich auf 193 000 Euro.

An den Vermögenshaushalt können in diesem Jahr voraussichtlich nur 252 000 Euro übertragen werden. Das sei immerhin noch das Fünffache der Pflichtzuführung, stellt Roland Hack fest. Aber es reicht bei weitem nicht, die anstehenden „zukunftsweisenden Investitionen” – so der Bürgermeister – zu finanzieren. Dazu ist 2021 eine Neuverschuldung um 1,5 Millionen Euro erforderlich. Die 2,24 Millionen Euro des Vermögenshaushaltes werden außerdem noch durch Investitionszuweisungen vom Staat sowie durch Veräußerungen von Grundstücken im Baugebiet „Obere Lehenteile” finanziert.

Größter Brocken auf der Ausgabenseite sind die Kosten des Erweiterungsbaus des Feuerwehrgerätehauses. Dafür sind in diesem Jahr 800 000 Euro veranschlagt. Je 10 0000 Euro betragen die Planungskosten für die Erweiterung der Schule und einer neuen Kindertagesstätte. In die Erschließung gemeindlicher Bauflächen fließen 440 000 Euro und für den Ankauf von Entwicklungsflächen stehen 176 000 Euro bereit.

Die Rücklage der Gemeinde sinkt in diesem Jahr geringfügig auf 1,86 Millionen Euro . Der Schuldenstand steigt gleichzeitig auf 2,28 Millionen Euro , die Pro-Kopf-Verschuldung bis Jahresende von 409 auf 1140 Euro. Den mittelfristigen Kreditbedarf beziffert Kämmerer Hack mit 3,3 Millionen Euro . Bis 2024 stehen der Bau einer dreigruppigen Kindertagesstätte mit Schutzräumen, die Verkehrsberuhigung der Mainbergstraße, der Ausbau der Etterwege, die Neugestaltung der Hauptstraße, der Bau einer Fahrradbrücke beim Schrauderkeller sowie die Ertüchtigung der Fähre und ihres Umgriffs für die Naherholung im Finanzplan.

Wahrlich eine Herausforderung für die gut 2000 Einwohner zählende Gemeinde. Aber bei den derzeit äußerst niedrigen Kreditzinsen war bei der Verabschiedung des Budgets im Gemeinderat von Panik keine Spur.